Online-HandelNach dem Trump-Chaos macht die Bafin Druck auf Trading-Apps

Lesezeit: 2 Min.

App von Trade Republic auf einem Smartphone. 
App von Trade Republic auf einem Smartphone.  (Foto: Christoph Dernbach)
  • Die Finanzaufsicht Bafin fordert Stellungnahmen von Online-Brokern wie Trade Republic und Scalable zu technischen Störungen während der von Trump ausgelösten Börsenturbulenzen.
  • Anleger konnten zeitweise nicht auf ihre Online-Depots zugreifen, als die Börsen aufgrund von Trumps Zoll-Ankündigungen und deren Aufschub stark schwankten.
  • Betroffene Anleger können sich bei der Bafin beschweren, aber Verluste geltend zu machen dürfte schwierig werden.
Von der Redaktion überprüft

Dieser Text wurde mit der Unterstützung einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt. Lesen Sie mehr über unseren Umgang mit KI.

Fanden Sie diese Zusammenfassung hilfreich?
Mehr Feedback geben

Im Ab und Auf der Börsen scheiterten einige Anleger in dieser Woche daran, auf ihre Konten bei Online-Brokern wie Trade Republic und Scalable zuzugreifen. Das hat ein Nachspiel.

Von Jannis Brühl

Im Chaos an den Börsen wurden diese Woche viele Anleger panisch, konnten ihre Panik aber nicht ausleben. In den sozialen Medien hätten sich am Montag und Mittwoch Beschwerden über Online-Apps wie Trade Republic und Scalable gehäuft. Anleger konnten nicht auf ihre Online-Depots zugreifen, die Systeme der Anbieter waren vom Ansturm zwischenzeitlich überfordert.

Am Montagfrüh waren die Börsen nach den Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump eingebrochen. Am Mittwochabend schnellten die Kurse wieder nach oben, nachdem er die Zölle – außer jenen gegen China – dann wieder um 90 Tage aufgeschoben hatte.

Nutzer, die auf diese beiden Situationen reagieren wollten, indem sie Papiere kaufen oder verkaufen, konnten wegen der technischen Probleme zeitweise nicht an ihre Depots.

Ihr Ärger hat die Finanzaufsicht Bafin auf den Plan gerufen. Ein Sprecher erklärte: „Die Bafin hat die Institute, bei denen technische Störungen aufgetreten sind, um Stellungnahme zu den Problemen und deren Ursachen aufgefordert. In diesem Zusammenhang sollen die Institute auch darlegen, welche organisatorischen Vorkehrungen sie getroffen haben, um die Erreichbarkeit ihrer Internetseite beziehungsweise ihrer Applikationen auch in Stresssituationen sicherzustellen.“

Banken und Finanzdienstleister müssen ihre Handelssysteme regelmäßig überprüfen. Die Last der Zugriffe am Montag und am Mittwoch überstieg aber die Szenarien um ein Vielfaches. Auf die von Trump ausgelöste Volatilität waren viele Anbieter offensichtlich nicht vorbereitet. Scalable erklärte: „Montag, der 7.4., war weltweit der aktivste Börsentag, vergleichbar mit extremen Börsen-Events wie dem Start der Corona-Pandemie oder dem Angriffskrieg auf die Ukraine.“

Scalable sieht die Probleme, die Kunden hatten, allerdings gar nicht als Ausfälle.  „Im Scalable-Broker war der Handel sowohl am vergangenen Freitag als auch in der laufenden Handelswoche trotz dieser extremen Umstände zu jeder Zeit möglich. Während weniger Minuten kam es bei einigen Kunden zu höheren Ladezeiten der App, was unverzüglich behoben wurde.“

Auch Trade Republic verweist nur auf sein Statement vom Montag, in dem es heißt: „Aufgrund enormer Marktschwankungen kam es heute Morgen bei einigen Nutzern zu Ladeverzögerungen bei der Darstellung des Portfolios. Diese Probleme sind bereits behoben. Der Kauf und Verkauf von Wertpapieren war zu jeder Zeit möglich.“

Nicht nur Neo-Broker waren betroffen, sondern auch die Deutsche Bank; sie erklärt: „Wir haben aufgrund der Marktsituation ein deutlich erhöhtes Aufkommen von Kundenaufträgen im Wertpapierbereich verzeichnet. Das führte unter Umständen und ausschließlich im Online- und Mobile-Banking zu vorübergehenden Verzögerungen bei der Ordereingabe und der Anzeige von Vortageskursen in der Depotübersicht.“

Die Anbieter bemühen sich also klarzustellen, dass es sich lediglich um „Verzögerungen“ gehandelt habe. Allerdings war genau dies das Problem der betroffenen Privatanleger, die ja schnell handeln wollten.

Was Betroffene tun können

Anleger können sich bei der Bafin beschweren. Das könnte zumindest den Effekt haben, dass die Aufseher die Anbieter künftig strenger kontrollieren oder zu mehr IT-Kapazitäten zwingen. Aber für Anleger dürfte es sehr schwierig sein, angenommene Verluste geltend zu machen. Sie müssten minutiös mit Screenshots dokumentiert haben, dass ihre Kauf- oder Verkaufsorder nicht angenommen wurden und dass sie auch tatsächlich durch die Probleme Geld verloren haben. Die Argumentation, das Chaos durch Trumps Zollpolitik sei ein Extremereignis, könnte dabei den Anbietern zugutekommen.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Handelsstreit
:Trump drückt auf die Stopptaste

Elon Musk, die Wall Street und eine Fernsehsendung: Warum der US-Präsident seine drastischen Zölle plötzlich verschoben hat.

SZ PlusVon Ann-Kathrin Nezik

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Gutscheine: