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Autozulieferer:Schaeffler freut sich auf Autos von Google und Apple

Autozulieferer-Magnat und Milliardär Georg Schaeffler über sein Geschäft - und warum er die spektakuläre Übernahme von Continental bis heute richtig findet.

Von Caspar Busse und Uwe Ritzer

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler hat hohe Erwartungen an die digitale Zukunft der Automobilindustrie. "Alles, was rollt, auch ein mögliches Google- oder Apple-Auto, ist aus Zuliefersicht grundsätzlich positiv", sagte Georg Schaeffler der Süddeutschen Zeitung. Er ist Mehrheitsaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender von Schaeffler sowie Aufsichtsrat von Continental.

"Wir haben eine digitale Agenda", sagte Schaeffler. In diesem Zusammenhang schloss Schaeffler weitere Firmenübernahmen nicht aus. "Natürlich schauen sich die Vorstände beider Unternehmen alles sehr genau an. Und wenn es Ideen gibt, werden sich die Aufsichtsräte damit beschäftigen. 'Sag niemals nie', heißt ein bekannter James-Bond-Film," sagte er.

Im ersten gemeinsamen Interview seit vielen Jahren äußerten sich Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und ihr Sohn Georg Schaeffler auch zur spektakulären Übernahme der Conti AG, die sie und ihr Familienunternehmen um ein Haar ruiniert hätte. Sie würden alles so wiedermachen und bereuten nichts, sagten sie. "Die strategische Grundidee, die hinter der Übernahme von Conti steht, war und ist bis heute richtig", so Georg Schaeffler. Lediglich das notwendige Glück habe anfangs angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise gefehlt. "Heute sind wir da, wo wir hinwollten", so Schaeffler. "Der Kampf hat sich gelohnt, es hat nur länger gedauert." Ihre derzeitige Beteiligung an Conti in Höhe von 46 Prozent sei ausreichend; man wolle sie derzeit nicht aufstocken.

"Schaeffler und Conti sollen eng zusammenarbeiten, aber nicht zusammengehen", betonte Georg Schaeffler. Es gebe dabei auch mehr Zusammenarbeit, als öffentlich bekannt sei. Viele Projekte könnten aus Verschwiegenheitsgründen nicht veröffentlicht werden. Beide Unternehmen beschäftigen zusammen mehr als 250 000 Mitarbeiter. Die Autoindustrie gehört zu den wichtigsten Kunden.

© SZ/jasch
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