Autoversicherung:HUK-Coburg zahlt 225 Millionen an Kunden zurück

Lesezeit: 2 min

Dank Corona-Pandemie ist die Zahl der Unfälle in Deutschland gesunken. Nun gibt die HUK-Coburg den Kunden 225 Millionen Euro zurück. Chef Klaus-Jürgen Heitmann glaubt, dass die Krise das Verkehrsverhalten insgesamt ändert.

Von Herbert Fromme, Köln

Wegen der Pandemie sind Deutschlands Autofahrer 2020 deutlich weniger unterwegs gewesen und haben weniger Unfälle verursacht. "An manchen Tagen ist 60 Prozent weniger gefahren worden als sonst", sagte HUK-Coburg-Chef Klaus-Jürgen Heitmann. Die Versicherer mussten entsprechend nur 22,7 Milliarden Euro für Schäden aufwenden, 2,3 Milliarden Euro weniger als 2019. Deshalb zahlt jetzt der größte Anbieter HUK-Coburg seinen Kunden 225 Millionen Euro aus. Die Kunden bekommen zwischen 2,5 Prozent und 20 Prozent zurück, vor allem Pkw- und Wohnmobilbesitzer profitieren - wenn sie 2020 keinen Schaden hatten. Damit setzt der Marktführer die Konkurrenz unter Druck. Denn nur wenige andere Versicherer beteiligen ihre Kunden an den Einsparungen, darunter die DEVK in Köln.

Marktführer HUK-Coburg konnte 2020 den Bestand um 4,4 Prozent oder 550 000 Stück auf 13 Millionen Fahrzeuge steigern. Die Allianz ist Zweiter und kommt auf 9,1 Millionen, zuzüglich einer wohl kleinen Zahl von Fahrzeugen bei der Allianz Direct, die das Unternehmen nicht nennt. Heitmann zeigte sich sehr zufrieden. Die HUK-Coburg habe sich als "robust und leistungsstark" erwiesen. Zu Beginn der Pandemie ging das Neugeschäft zwar stark zurück. Aber nach wenigen Wochen zog es wieder an, vor allem über die Online-Kanäle. Heitmann glaubt, dass die Fahrleistungen nicht wieder das Vorkrisenniveau erreichen werden. Dafür sorge vor allem der Trend zum Home-Office.

Das könne schon bald dazu führen, dass der Schadenaufwand insgesamt zurückgeht und damit auch die Prämien der Autoversicherer sinken, glaubt er. Das hätte direkte Auswirkungen auf den Umsatz der HUK-Coburg, die 2020 auf 8,1 Milliarden Euro kam und damit einen Gewinn nach Steuern von 393 Millionen Euro erzielte, 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Schäden ging schon vor der Pandemie um zwei bis drei Prozent pro Jahr zurück. Dagegen steht der Trend, dass der Aufwand pro Schaden um rund fünf Prozent pro Jahr zunimmt. Langfristig könne es aber einen Rückgang beim Umsatz geben.

Der Versicherer macht sich deshalb und angesichts neuer Mobilitätsmodelle Gedanken über die Zukunft - und ist selbst auch Anbieter eines Auto-Abos geworden. "Die privat gehaltene Fahrzeugflotte wächst nach wie vor", sagte Heitmann. "Aber irgendwann stehen da Änderungen an."

Das Unternehmen hat inzwischen 400 000 Versicherte, die einen Telematik-Tarif nutzen. Er misst das Fahrverhalten der Kunden. Damit sparen diese zunächst zehn Prozent, wenn sie gut fahren bis zu 30 Prozent. Das Unternehmen hat 284 Millionen Fahrten ausgewertet. Eine Fahrt geht im Schnitt über 13,3 Kilometer, die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 49 Kilometer pro Stunde. Man könne jetzt eine klare Beziehung zwischen Fahrverhalten und Schäden herstellen, sagte Vorstand Jörg Rheinländer. Künftig zeigt die HUK-Coburg-App auch an, wie umweltbewusst die Nutzer fahren. "Tests haben ergeben, dass Fahrer mit schlechteren Fahrwerten zehn Prozent mehr Sprit verbrauchen als solche mit besseren", sagt Rheinländer. Das bewertet die App separat. Eine besonders umweltfreundliche Fahrweise wird mit Punkten belohnt.

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB