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Automarkt:Nur Wohnmobile boomen

Der deutsche Automarkt bricht fast um die Hälfte ein - besonders betroffen ist BMW. Es gibt aber auch Gewinner.

In Deutschlands Autofabriken sind die meisten Bänder nach dem Corona-Lockdown zwar inzwischen wieder angelaufen. Doch die Käufer halten sich nach den offiziellen Daten zu Pkw-Neuzulassungen nach wie vor zurück. Im Mai wurden demnach gut 168 000 Autos neu zugelassen, nur etwa halb so viele wie im Vergleichsmonat vor einem Jahr. Das teilte das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg am Donnerstag mit. Damit hat sich der Automarkt in der Corona-Krise nach dem starken Einbruch im März und April bislang kaum erholt. Im April hatten die Neuzulassungen sogar noch mehr als 60 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen und waren damit auf den niedrigsten Stand seit 1991 gesunken. Einzig ein Segment konnte angesichts der Corona-Beschränkungen in Hotels im Mai zulegen: 10460 Wohnmobile wurden neu zugelassen, 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Autoverband VDA warnte am Donnerstag vor den langfristigen Folgen des Einbruchs. "Die Unternehmen der Automobilindustrie befinden sich in einer beispiellosen Transformation", sagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Sie betreffe Hersteller und Zulieferer ebenso wie Autohäuser und Kfz-Werkstätten. "Ohne eine belastbare wirtschaftliche Perspektive werden sie die weitere Entwicklung in Richtung Klimaschutz und Digitalisierung nicht in dem Tempo und dem Umfang gestalten können, wie Deutschland sie braucht", sagte Müller weiter.

Zu den größten Verlierern zählten in Deutschland BMW mit einem Minus von etwa 62 Prozent und die Daimler-Marke Smart mit minus 91 Prozent. Leicht über dem Durchschnitt verlor auch VW mit einem Minus von 52 Prozent. Geringer fiel das Minus bei Mercedes (minus 43), Audi (minus 46) und Porsche (minus 44 Prozent) aus.

Zu den Gewinnern zählten alternative Antriebe, wenn auch in geringer Zahl. Bei reinen E-Autos betrug das Zulassungsplus im Mai 21 Prozent. Allerdings waren nur drei von 100 neu zugelassenen Fahrzeugen auch reine Elektroautos. Größer ist der Anteil der Hybridfahrzeuge, die neben einem Elektro- auch über einen Verbrennungsmotor verfügen. Ihr Anteil liegt inzwischen bei rund 13 Prozent der Neuzulassungen.

© SZ vom 05.06.2020

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