Trotz der sich verschärfenden Absatzkrise in China könnten die deutschen Autobauer einer Studie zufolge das Blatt am weltweit größten Markt noch wenden. Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey unter Verbrauchern in China gaben nur zwei bis drei Prozent an, den westlichen Marken für alle Zeiten den Rücken zu kehren. Der chinesische Markt gelte für die Hersteller aus dem Westen fast als verloren, sagte Timo Möller, Leiter des Center for Future Mobility bei McKinsey, am Mittwoch. „Aber das ist aus Kundensicht mitnichten für immer so.“
Um Kunden zu gewinnen, müssten Volkswagen und Co bei Technologie und Qualität von Batterieantrieben und Fahrzeugsoftware besser werden. Die Autos müssten lokal entwickelt werden, um den Kundengeschmack besser zu treffen. Und höhere Preise gegenüber den chinesischen Anbietern akzeptierten die Kunden nicht mehr.
BMW, Mercedes-Benz und der Volkswagen-Konzern stecken vor allem wegen ihrer Schwäche in China in der Krise. Ihre Elektroautos kommen gegen die chinesische Konkurrenz nicht an, und die Nachfrage nach Verbrennerautos – über Jahrzehnte von den Deutschen dominiert – sinkt rapide. Im vergangenen Jahr verloren die deutschen Autobauer Absatz, während der Gesamtmarkt deutlich zulegte. In diesem Jahr verschärfte sich die Lage, weil der Pkw-Absatz in China insgesamt einbricht. Gründe sind die schwache Konjunktur und der Wegfall von E-Autoförderungen.
