Autoindustrie:Volvo-Schwester will an die Börse

2019 Global Citizen Festival: Power The Movement Onstage

Nicht nur Schauspieler, auch Aktivist – und Investor: Leonardo di Caprio 2019 beim Global Citizen Festival in New York.

(Foto: Theo Wargo/Getty/AFP)

Die junge Elektroautomarke Polestar hat Geldgeber wie Leonardo DiCaprio. Bald kann jeder investieren

Von Max Hägler

Von China über Schweden in die USA: Das ist der Weg der noch weithin unbekannten, aber doch schon recht erfolgreichen Automarke Polestar. Sie ist vor wenigen Jahren erst erdacht worden als luxuriöse Elektro-Schwester von Volvo, deshalb werden die Wagen vor allem in Göteborg entwickelt. Gebaut werden sie indes in China, was auch konsequent ist, steht doch hinter Volvo und Polestar die chinesische Geely-Gruppe rund um den Geschäftsmann Li Shufu. Und das Ergebnis überzeugt: Rezensenten sind begeistert und auch die meisten Polestar-Investoren, etwa Schauspieler Leonardo DiCaprio.

Nun soll diese Erfolgsgeschichte auf ein neues Niveau gehoben werden: Die erst 2017 entstandene Marke will in New York an die Börse. Polestar werde bei der Transaktion inklusive Schulden mit annähernd 20 Milliarden Dollar bewertet, teilte das Unternehmen am Montag mit. Polestar fusioniere dazu mit der Investmentfirma Gores Guggenheim des US-Milliardärs Alex Gores und werde künftig unter dem Namen Polestar Automotive Holding an der New Yorker Börse Nasdaq geführt.

Der Firma könnten im Rahmen der Transaktion über eine Milliarde Dollar zufließen, wenn sich alle Gores-Guggenheim-Investoren beteiligen und nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihre Aktien zurückzugeben. 250 Millionen Dollar der Gesamtsumme sollen von institutionellen Anlegern kommen.

Ein kluger Schachzug, befindet zumindest Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer: "Die Geely Holding wird mit Li Shufu von einem hervorragendem Finanzprofi geführt", sagt der Direktor des Center Automotive Research. Mit dem Börsengang sei es für Polestar möglich, mit deutlich größeren Eigenkapital die neue Marke schnell auszubauen, um sich gegenüber chinesischen Start-up wie Nio oder XPeng zu behaupten, aber auch gegen Tesla oder BMW und den Premiummarken des VW-Konzerns. Tatsächlich will der in Krefeld gebürtige Polestar-Chef Thomas Ingenlath eine deutliche Expansion starten. Derzeit sind die Sportwagen in 14 Ländern erhältlich, 10 000 wurden im vergangenen ausgeliefert. 2025 sollen es 290 000 sein.

Und auch bei der großen Schwester könnten dieser Tage ähnliche Nachrichten folgen: Der Autohersteller Volvo will angeblich Aktien an der Stockholmer Börse platzieren. Noch in diesem Monat könnte die Emission angekündigt werden. Realistisch dürfte eine Marktkapitalisierung von über 15 Milliarden Dollar sein. Was für ein Geschäft auch das wäre: Die Geely Holding hatte Volvo vor einem Jahrzehnt vom US-Autobauer Ford für 1,8 Milliarden Dollar gekauft - und in einer interkontinentalen Kraftanstrengung mit Hilfe des Volvo-Chefs Hakan Samuelsson zu alter Stärke zurückgeführt.

© SZ vom 28.09.2021
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