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Autoindustrie:Strategiewechsel-Wechsel-Wechsel bei Tesla

Noch vor kurzem wollte Tesla fast alle Niederlassungen schließen. Jetzt sollen Kunden dort wieder Autos bestellen.

(Foto: SAUL LOEB/AFP)

Die günstigste Variante des neuen Model 3 gibt es jetzt doch nicht online zu kaufen.

Es gibt Nachrichten, die muss man zwei Mal lesen, um zu glauben was da steht. Zum Beispiel: Tesla wird das Model 3 in der Basisversion zum Preis von 35 000 Dollar nicht mehr online anbieten - das geht künftig nur noch telefonisch oder in einem "der mehreren Hundert Tesla-Stores", heißt es in einem Blog-Eintrag des Unternehmens. Klingt unspektakulär, doch erst seit Ende Februar bietet Tesla das Model 3 überhaupt zu diesem Preis an - das Unternehmen löste damit ein Versprechen ein, das es bei Ankündigung des Modells gemacht hatte.

Um einen solchen Preis zu ermöglichen, so formulierte es Tesla im Februar, seien freilich einige Änderungen notwendig: Der Verkauf müsse komplett ins Internet verlegt werden. Aber - alles nicht schlimm: Ein Kauf könne binnen einer Minute abgeschlossen werden. Zudem dürften Kunden das Fahrzeug binnen einer Woche zurückgeben. Schlimm war es aber für die Mitarbeiter: Die meisten Niederlassungen von Tesla sollten geschlossen werden.

Nicht einmal zwei Wochen später kam dann die Kehrtwende: Tesla kam zum Schluss, dass die Idee mit den Schließungen doch nicht so gut war, jedenfalls sollten "signifikant mehr Geschäfte" geöffnet bleiben als zuvor angekündigt. Dafür müssten allerdings bei verschiedenen Fahrzeugen die Preise erhöht werden - nicht aber beim Basismodell. Nun, rund einen Monat später, die neue Volte: Im Internet gibt es jetzt nur noch die höherpreisigen Varianten des Model 3 mit Autopilot, weil sie, so Tesla, viel öfter nachgefragt werde. Vielleicht aber will man auch nur vergessen machen, dass es die Billig-Variante überhaupt gibt.