Autoindustrie:Renault kommt wieder in die Spur

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Juni 2021 mit dem elektrischen Renault 4L im nordfranzösischen Werk Douai. (Foto: AFP)

Der französische Autobauer macht nach hohen Verlusten Gewinn und zahlt die Milliarden-Staatshilfen früher zurück.

Es ist eines der Vorzeigeunternehmen in Frankreich - und wurde nicht zuletzt deshalb mit einigen Milliarden aus der Staatskasse in der Pandemie unterstützt. Präsident Emmanuel Macron jedenfalls griff Renault in der Krise sehr unter die Arme. Jetzt will Renault nach der Rückkehr in die Gewinnzone die Staatshilfen vorzeitig zurückzahlen.

Der französische Autokonzern machte 2021 nach zwei Verlustjahren wieder Gewinn und erzielte ein Nettoergebnis von 888 Millionen Euro, wie Renault am Freitag mitteilte. 2020 hatte das Unternehmen in der Corona-Krise noch einen Verlust von acht Milliarden Euro eingefahren. Der Konzernumsatz stieg 2021 um 6,3 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro, beschäftigt werden weltweit 156 000 Mitarbeiter. Verkauft wurden insgesamt 2,7 Millionen Fahrzeuge, unter anderem unter den Marken Renault, Dacia und Lada. "Wir haben unsere finanziellen Ziele für 2021 weitgehend übertroffen - trotz des Einflusses von Halbleiterknappheit und steigenden Rohmaterialpreisen", sagte Renault-Generaldirektor Luca de Meo.

Die Aktionäre gehen allerdings leer aus und müssen auch für 2021 auf eine Dividende verzichten. Vorrang habe für Renault die Rückzahlung der Hilfen und die weitere Verbesserung der Ergebnisse, hieß es zur Begründung. An der Börse honorierten die Anleger die Zahlen: Die Renault-Aktien gewannen zunächst fast fünf Prozent.

Die Marke Renault soll bis 2030 auf E-Autos umgestellt werden

Der Autohersteller hatte wegen der Corona-Pandemie vom französischen Staat vier Milliarden Euro an Krediten bekommen, davon hat er bereits eine Milliarde Euro wieder zurückgezahlt. Den Rest will Renault nun vor dem festgelegten Rückzahlungstermin 2024 begleichen. Mindestens zwei Milliarden Euro möchte der Konzern in diesem Jahr zurückgeben, bis Ende 2023 dann den Rest. Renault hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Fixkosten deutlich herunterzuschrauben und sich auf die rentabelsten Automodelle und Märkte zu konzentrieren.

Der Konzern konnte die operative Gewinnmarge 2021 auf 3,6 Prozent verbessern. Sie lag damit über den eigenen Zielen: Im Rahmen der Konzernstrategie "Renaulution" hatte der Konzern eine Marge über drei Prozent im Jahr 2023 ins Visier genommen. "Mit diesen Ergebnissen für 2021 hat die Renault Group einen weiteren Schritt bei ihrer Erholung geschafft", sagte Finanzchefin Clotilde Delbos. Für das laufende Jahr peilt Renault nun eine operative Marge von mehr als vier Prozent an. Der Konzern untermauerte zudem sein Ziel, bis 2030 die Marke Renault komplett auf Elektroautos umzustellen. Weiter zu schaffen macht Renault der Chipmangel. Nachdem im vergangenen Jahr rund 500 000 Autos wegen Lieferproblemen bei Elektronikbauteilen nicht wie geplant gebaut werden konnten, werden dies im laufenden Jahr rund 300 000 Fahrzeuge sein, teilte Renault mit.

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