Autohersteller in BedrängnisBittere Premiere bei Opel

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Es sind die ersten Kündigungen des Autoherstellers Opel im Werk Bochum überhaupt: 75 Mitarbeiter müssen gehen - wenn auch nicht sofort. Doch sie sollen noch Monate weiterarbeiten, damit die Produktion des neuen Zafira nicht ins Stocken gerät.

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Das hat es in der 50-jährigen Geschichte des Opel-Standortes Bochum noch nicht gegeben: Gleich 75 Mitarbeiter des dortigen Werkes bekommen eine Kündigung.

Im Bochumer Opel-Werk sollen 1500 Stellen abgebaut werden. (Archivbild)
Im Bochumer Opel-Werk sollen 1500 Stellen abgebaut werden. (Archivbild) dpa

Rainer Einenkel, Betriebsratschef des Werkes, sagte sueddeutsche.de, dass es sich um die ersten betriebsbedingten Kündigungen in der 50-jährigen Geschichte des Standortes handele. Ein Opel-Sprecher hingegen betonte, dass es sich nicht um betriebsbedingte Kündigungen handele, sondern um Änderungskündigungen - also Zwangsversetzungen.

Im Zuge der radikalen Schrumpfkur, mit der Opel saniert werden soll, wurden 1500 Bochumer Mitarbeitern Abfindungen angeboten, wenn sie vom Unternehmen in eine Qualifizierungsgesellschaft wechseln und sich ein Jahr für andere Jobs weiterbilden lassen. Alternativ konnten sie auch weiter für Opel arbeiten - aber nur, wenn sie sich von Bochum ins Rüsselsheimer Stammwerk versetzen ließen. Eine der beiden Varianten haben alle akzeptiert, bis auf jene 75.

In Bochum müsse "die Zahl der Mitarbeiter der Nachfrage angepasst werden", sagte, hatte Unternehmenschef Karl-Friedrich Stracke zuvor der Rheinischen Post gesagt. "Mit den drei Produkten, die dort gebaut werden, ist Bochum über die nächsten Jahre ausgelastet", sagte Stracke. Aktuell werden in dem Werk der alte Zafira und der alte Astra gebaut, ab September auch der neue Zafira.

Das führt nach Angaben von Betriebsrats-Chef Einenkel zu einer absurden Situation: Die Mitarbeiter, die jetzt gekündigt werden, müssen bis zum Frühjahr weiterarbeiten - damit es bei der Zafira-Produktion nicht zu Engpässen kommt. "Wenn man den Leuten sagt: 'Ihr werdet nicht mehr gebraucht!', dann lässt man sie doch nicht Monate weiterarbeiten", sagte Einenkel.

Der Betriebsrat will sich das nicht gefallen lassen. Einenkel kündigt an, mit seinen Juristen vors Arbeitsgericht zu ziehen. Die Kündigungen seien "dubios und nicht nachvollziehbar".

Für das aktuell noch testweise beim Mutterkonzern General Motors in Detroit gebaute Elektroauto Ampera liegen laut Stracke bereits 6000 Vorbestellungen vor. Für die fordert der Europachef von Opels Mutterkonzern General Motors Subventionen vom deutschen Staat. Nick Reilly sagte, nur so könne die Regierung ihr Ziel erreichen, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen. Denkbar seien sowohl direkte Anreize wie ein Zuschuss zum Kaufpreis als auch niedrige Steuern.

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