Der Technologiekonzern Bosch hat im vergangenen Jahr erneut erheblich weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Nach vorläufigen Zahlen ging das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um gut 45 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen mitteilte. Bereits im Vorjahr war der Wert um ein Drittel abgesackt.
2025 sei ein „schwieriges, teils auch schmerzhaftes Jahr“ für Bosch gewesen, sagte Konzernchef Stefan Hartung. Beim nahezu halbierten Betriebsergebnis schlugen allerdings Rückstellungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro für den Abbau Tausender Arbeitsplätze zu Buche. Da es kaum betriebsbedingten Kündigungen gibt, trennt sich Bosch von den meisten Mitarbeitenden über Abfindungen oder Altersteilzeitangebote. Ohne diesen Posten wäre der operative Gewinn Hartung zufolge um mehr als eine Milliarde Euro gestiegen. So schrumpfte die Marge bei einem leicht erhöhten Umsatz von 91 Milliarden Euro um gut anderthalb Prozentpunkte auf 1,9 Prozent. In der Kernsparte Autozulieferung (Mobility) lag der Umsatz mit 56 Milliarden Euro etwas über dem Vorjahr.
Bosch hatte im Herbst die Streichung von weiteren 13 000 Arbeitsplätzen in der Autozuliefersparte in Deutschland angekündigt. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat sind noch nicht überall abgeschlossen. Der Abbau soll zu jährlichen Einsparungen von 2,5 Milliarden Euro beitragen.
Weitere Stellenstreichungen in dieser Größenordnung seien hoffentlich nicht notwendig, doch garantieren könne er das nicht, sagte Hartung. Auch die anderen großen Zulieferer und viele kleine Betriebe bauen massiv Personal ab, weil sich die konjunkturelle Krise der Autoindustrie mit den starken US-Importzollerhöhungen verschärfte. Die Zulieferer haben viel in die Elektromobilität investiert, der Umschwung zum E-Auto kam in Europa aber nicht so voran wie erhofft.
Für das laufende Jahr erwartet Bosch wegen der weltweiten Lage keine großen Verbesserungen. „Der Wettbewerbs- und Preisdruck dürfte noch mal zunehmen und die gestiegenen Zölle sich erstmals im vollen Umfang auswirken“, sagte Finanzchef Markus Forschner am Donnerstagabend in Stuttgart. Die Weltwirtschaft werde langsamer wachsen, geopolitische Spannungen wie die US-Zollpolitik, der starke Euro und steigende Metallpreise gehörten zu den Faktoren, die weiterhin für Gegenwind sorgten.
Auch die Konkurrenz, gerade durch chinesische Anbieter, habe sich erheblich verschärft, sagte Hartung. Und das nicht nur in der Autoindustrie, die immer noch die Lieferengpässe bei Nexperia-Chips verdaut – und ohnehin weniger produziert als noch vor ein paar Jahren.

