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Auswege aus der Schuldenkrise in Europa:Warum die Euro-Krise noch Jahre dauert

Die Finanzmärkte geben Europa keine Atempause: Selbst 100 Milliarden Euro für Spaniens Banken und die eigentlich beruhigenden Wahlergebnisse in Griechenland sorgen derzeit nur stundenweise für Entspannung. Dennoch wird es nicht helfen, sich auf der Suche nach einer Lösung am Beispiel der USA zu orientieren.

Alexander Hagelüken

In historischen Zeiten verändern Worte mitunter ihre Bedeutung. Was ist in der Euro-Krise noch unter einer "Atempause" zu verstehen? Oder gar unter einem "Erfolg"? In den vergangenen Monaten erlebten die Europäer einiges, was trotz damit verbundener Risiken zunächst wie ein klassischer Erfolg wirkte. Oder zumindest wie eine Atempause. Der Schuldenerlass für Athen, der spanische Hilfsantrag für die Banken, zuletzt die Wahl-Niederlage der Spargegner in Griechenland. Doch binnen Tagen oder Stunden zeigte sich, dass die Finanzmärkte darin keinen Erfolg sehen. Und nicht mal eine Atempause gewähren.

Lösung der USA für die Krise der Euro-Zone

Auch US-Bundesstaaten wie Florida geht es nach dem Platzen der Immobilienblase schlecht. Doch die Regierung in Washington übernimmt für sie Sozial- und Gesundheitsausgaben - ein Hilfspaket, größer als jeder Bail-out eines Euro-Staats.

(Foto: dapd)

Da haben die Spanier 100 Milliarden Euro für ihre Banken in Aussicht und befürchten seit Sonntag keinen schnellen Abgang der Griechen aus dem Euro mehr. Trotzdem musste die Regierung am Dienstag für kurzfristige Kredite fast doppelt so hohe Zinsen bieten wie noch vor einem Monat - vor dem Hilfsantrag und der Athener Wahlniederlage. Es ist für Madrid wieder so teuer wie im November, dem Moment der größten Euro-Depression, den erst die Europäische Zentralbank (EZB) durch ihre riskante Geldspritze beendete.

All das zeigt, dass es keine rasche Lösung der Euro-Krise gibt, mögen die Bürger die Turbulenzen noch so satt haben. Es wird Jahre dauern, bis die angeschlagenen Staaten ihre Wirtschaft so reformiert haben, dass sie wettbewerbsfähig sind. Solange müssen die Euro-Partner immer mal wieder mit der Finanzierung aushelfen, denn solange werden die Investoren skeptisch bleiben.

Für Europas Steuerzahler ist das ein Spiel mit hohem Einsatz: Sie stellen Geld bereit, das sie bei Misserfolg nicht wiedersehen - und trotzdem kommt sie die Hilfe nach jetzigem Stand günstiger als ein Kollaps des Euro, der Europas Wirtschaftsraum fatal beschädigt.

Natürlich kann man sich angesichts der großen Hilfspakete und der achtbaren Reformen vieler Euro-Staaten fragen, warum die Krise nicht enden will. Und warum die Investoren nicht gegen Staaten wie Japan oder die USA spekulieren, die weit mehr Schulden drücken als die Währungsunion im Schnitt hat.

Nobelpreisökonom Paul Krugman erklärt das mit einer einfachen Analogie: Auch US-Bundesstaaten wie Florida geht es nach dem Platzen der Immobilienblase schlecht. Doch die Regierung in Washington übernimmt für sie Sozial- und Gesundheitsausgaben - ein Hilfspaket, größer als jeder Bail-out eines Euro-Staats. Und keiner wettet gegen den Dollar.

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