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Auktion:Keiner kauft den alten Porsche

Sotheby's Porsche Sale Preview

Den Porsche Typ 64 wollte keiner haben. Zumindest schlug bei der Auktion von Sotheby’s niemand zu.

(Foto: Tristan Fewings/Getty Images)

Das angeblich erste Modell des Sportwagenbauers ist gar kein Porsche, auch wenn Ferdinand Porsche ihn konstruiert hat.

Er wurde vom Firmengründer Ferdinand Porsche selbst konstruiert und gefahren und sollte nun, rund 80 Jahre später, mehr als 18 Millionen Euro einbringen: der Porsche Typ 64. Doch als der Oldtimer am Samstag von Sotheby's bei der Monterey Car Week in Kalifornien versteigert werden sollte, schlug keiner zu. Der Auktionator rief etliche Male den Startpreis von 17 Millionen Dollar auf, doch keiner zog mit. Nach wenigen Minuten wurde die Auktion beendet. Was war nur los mit dem sonst so kauffreudigen Publikum? Schließlich ging es um den ersten Porsche, der jemals gebaut wurde. Oder?

Genau das war das Problem. Der zu versteigernde Porsche Typ 64 stammt zwar aus dem Jahre 1939 und ist damit neun Jahre älter als der 356 Roadster Nr. 1. Doch genau genommen ist es gar kein Porsche, auch wenn er von Firmengründer Ferdinand Porsche konstruiert wurde. Denn der baute damals für viele Marken Autos.

Der Motor des Typ 64 und viele seiner Bestandteile stammen von Volkswagen, manche Teile von Fiat und anderen Zulieferern. Der "Porsche"-Schriftzug wurde erst einige Jahre nach dem Bau angebracht - gewissermaßen als Signum des Konstrukteurs, nicht aber als Firmenname. Kurz vor dieser Namensgebung war der tatsächlich erste Porsche auf den Markt gekommen: der 356 Roadster, der nicht umsonst den Namenszusatz Nr. 1 trägt. Die Porsche AG hatte sich von der Benennung des Typ 64 als "erster Porsche" distanziert.

Selten ist das Auto allemal: Nur drei Exemplare wurden davon gebaut. Ferdinand Porsche konstruierte den Sportwagen auf Basis des VW Käfers und stattete ihn mit 35 PS aus für ein Rennen von Berlin nach Rom. Das Auto fuhr die Strecke jedoch nie, der Zweite Weltkrieg kam dazwischen. Wer den Typ 64 trotzdem kaufen will, findet ihn im Online-Katalog von RM Sotheby's, gelistet als "Still for Sale" - noch zu verkaufen.