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Abgasaffäre bei Audi:Stadler legt Haftbeschwerde ein

Rupert Stadler bei der Audi-Hauptversammlung

Nach wie vor weist Rupert Stadler die Vorwürfe gegen sich vehement zurück.

(Foto: AFP)
  • Der beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler will aus der Untersuchungshaft freikommen.
  • Er hat Haftbeschwerde eingelegt - und streitet den Vorwurf der Verdunkelung gegen ihn weiter vehement ab.

Von Klaus Ott

Der langjährige Audi-Vorstandschef Rupert Stadler will nicht länger im Gefängnis sitzen. Er hat über seinen Anwalt beim Amtsgericht München Haftbeschwerde eingelegt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft München II auf Anfrage.

Der beurlaubte Audi-Chef sitzt seit einem Monat in der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Verdunkelung vor: Stadler habe die Ermittlungen behindern und so das Ausmaß der Affäre vertuschen wollen.

Stadler, der nach seiner Verhaftung von Audi als Vorstandschef beurlaubt worden war, weist in der Haftbeschwerde den Vorwurf der Verdunkelung vehement zurück. Dies treffe nicht zu. So hat sich Stadler nach Angaben aus Kreisen von Verfahrensbeteiligten auch bei den Vernehmungen in den vergangenen Wochen geäußert. Zu einem von der Staatsanwaltschaft offenbar erhofften Geständnis ist es nicht gekommen. Die Vernehmungen sollen sehr zäh verlaufen sein.

Stadler hat seit seiner Verhaftung wiederholt ausgesagt. Derzeit sind keine weiteren Vernehmungen geplant. Stattdessen muss nun das Amtsgericht München entscheiden, ob Stadler freikommt oder im Gefängnis bleibt. Lehnt das Amtsgericht die Haftbeschwerde ab, dann könnte der beurlaubte Audi-Chef danach das Landgericht und dann das Oberlandesgericht München anrufen.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Stadler des Betrugs an Kunden

Haftgrund ist ein von den Ermittlern abgehörtes Telefonat Stadlers am 8. Juni mit einem Manager des Sportwagenherstellers Porsche, der ebenso wie Audi zu VW gehört. In dem Gespräch hatte Stadler erwogen, einen früheren Porsche- und heutigen Audi-Mitarbeiter beurlauben zu lassen, der Stuttgarter Staatsanwälten bei deren Ermittlungen gegen Porsche geholfen haben soll. In VW-Kreisen wird entgegnet, es sei aber zu keinerlei Maßnahmen gekommen. Insofern liege keine Verdunkelung vor. Das dürfte auch Inhalt der Haftbeschwerde sein.

Die Ermittler sollen das ganz anders sehen. Der Zeitraum zwischen Telefonat und Verhaftung sei zu kurz gewesen, um Maßnahmen gegen den betreffenden Mitarbeiter zu ergreifen. Die Münchner Staatsanwaltschaft verdächtigt Stadler des Betrugs an Kunden. Er habe nicht verhindert, dass Audi in Europa Diesel-Fahrzeuge mit manipulierter Abgasreinigung verkauft habe. Stadler weist auch das zurück.

© SZ.de/vit
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