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Audi:Kein Eil-Termin für Audi in Flensburg

Volkswagen vor Kraftfahrt-Bundesamt

Die VW-Tochter Audi habe Anfang November keineswegs noch schnell das Kraftfahrt-Bundesamt über Technik-Tricks informiert, bevor die Bild am Sonntag über dieselbe Angelegenheit berichtete, heißt es.

(Foto: dpa)

VW dementiert, dass die Tochter zuletzt an einem Samstag dringend beim Kraftfahrt-Bundesamt vorsprach. Das Treffen habe nicht am 5. 11. 2016 stattgefunden - sondern ein Jahr zuvor.

Von Klaus Ott

Volkswagen dementiert, dass die Tochter Audi vor einer Woche das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ganz dringend über neue Erkenntnisse in der Abgasaffäre habe informieren müssen. Dies hatte die Süddeutsche Zeitung in der Wochenendausgabe berichtet. VW erklärte dazu, dieses Treffen von Audi mit dem KBA habe nicht am 5. November 2016 stattgefunden, sondern am 5. November 2015. Das Datum 5. 11. 2016, ein Samstag, ist in einer internen Unterlage von VW enthalten, auf die sich die SZ gemeinsam mit NDR und WDR bezogen hatte. In dem Papier werden zwei Tricks von Audi geschildert, mit denen die VW-Tochter in den USA beziehungsweise Europa Emissionswerte bei offiziellen Messungen auf dem Prüfstand geschönt habe.

Zunächst keine Reaktion auf Frage nach dem Datum

Ein VW-Sprecher sagte dazu am Sonntag, das interne Papier sei in Bezug auf das Datum 5. 11. 2016 nicht korrekt. SZ, NDR und WDR hatten Volkswagen und Audi vergangenen Donnerstag eine ausführliche Anfrage zu diesem Papier geschickt und darin auch gefragt, ob es zutreffe, dass Audi am Samstag, 5. 11. 2016 das KBA über einen bestimmten Vorgang (Warmlaufstrategie für einen Katalysator) informiert habe. Audi äußerte sich am Freitag generell zu dem internen VW-Papier und den darin beschriebenen Vorgängen. Zum 5. 11. 2016 äußerten sich weder VW noch Audi.

Auf die Frage, warum man nicht gleich auf die Anfragen hin dieses Datum korrigiert habe, erklärte der VW-Sprecher am Sonntag: Volkswagen unterliege bei der Abgas-Affäre einer strengen Geheimhaltungspflicht der US-Behörden, die diesen Vorgängen nachgingen. Halte sich VW nicht daran, dann drohten hohe Strafen. Deshalb könne man bei Anfragen nicht auf einzelne Details eingehen. Das interne Papier des VW-Rechtswesen hatte den Eindruck erweckt, Audi habe mit einem Treffen am vorvergangenen Samstag das KBA schnell noch über bestimmte Vorgänge informiert, bevor die Bild am Sonntag einen Tag später darüber berichtete. Dieser Eindruck sei falsch, erklärte VW unter Hinweis auf das falsche Datum in dem eigenen, internen Papier.

© SZ vom 14.11.2016/sry
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