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Atomkraft - Stadland:Ministerium prüft Eignung: AKW-Abfall in Deponie Käseburg?

Hannover (dpa/lni) - Was passiert mit Bauschutt aus dem Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser? Der Stromkonzern PreussenElektra hat dem niedersächsischen Umwelt- und Energieministerium im Zusammenhang mit dem Rückbau ein überarbeitetes Gutachten übergeben. In dem 68 Seiten umfassenden Einzelnachweis geht es nach Angaben des Unternehmens um die strahlenschutzrechtliche Eignung der Deponie Brake-Käseburg für freigegebene Abfälle aus dem Rückbau.

Die Unterlagen seien Anfang Dezember eingegangen, bestätigte das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur. Das Gutachten werde nun von der Fachabteilung für Atomaufsicht und Strahlenschutz sowie von Sachverständigen der TÜV Nord EnSys GmbH geprüft. "Zur Dauer der Prüfung können wir leider noch nichts sagen", betonte eine Sprecherin.

Die Kraftwerksleitung hatte Anfang November klar gemacht, dass sie die Deponie für geeignet halte und bislang kein "K.o.-Kriterium" gefunden worden sei. Aus Sicht des Unternehmens könnte der Prozess im ersten Quartal 2020 entscheidungsreif sein. Allerdings sei dies Sache des Ministeriums. Der Rückbau des Kernkraftwerkes läuft seit 2018 und wird insgesamt über eineinhalb Jahrzehnte dauern.

Sollte die Prüfung ergeben, dass die Deponie Käseburg strahlenschutztechnisch geeignet ist, folgt ein Freigabebescheid, der aber mit Nebenbestimmungen verbunden sein kann. Sollte Käseburg nicht freigegeben werden, dann muss eine andere Deponie gefunden werden.

Bei der Lagerung geht es um Abfälle wie etwa Bauschutt, Beton oder Dämmmaterial, die zuvor "freigemessen" wurden. Dafür darf eine Strahlendosis von 10 Mikrosievert pro Person und Jahr nicht überschritten werden. Bürgerinitiativen halten die Deponie für ungeeignet und wollen eine Lagerung verhindern. Zudem kritisieren sie das Messverfahren und die Grenzwerte als veraltet.

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