Atomausstieg Eon-Chef will Milliarden vom Staat

Im Streit mit der Bundesregierung um die Kosten des Atommausstiegs kündigt Eon-Vorstandschef Teyssen im Interview mit der SZ Milliardenforderungen an: "Wir müssen entschädigt werden. Dafür schaffen wir mit der Verfassungsklage die Grundlage."

Dabei will sein Unternehmen hohe Summen: "Wir reden über substantielle wirtschaftliche Interessen. Es wird um einige Milliarden Euro Schadenersatz gehen", sagte Eon-Vorstandschef Johanes Teyssen in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung weiter. Auch gegen die Brennelementesteuer geht der Konzern vor und sieht große Chancen die Transfers zu kippen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die Steuer mit einigen Prozent Zinsen zurückbekommen."

Eon-Chef Johannes Teyssen: Wir müssen entschädigt werden

(Foto: dapd)

Im Kampf gegen die Schuldenkrise warnt Teyssen vor einem Auseinenaderbrechen Europas. Der Kontinent drohe den Kampf um seine Einheit zu verlieren, erklärte er in dem SZ-Interview. "Länder wie Deutschland sind im globalen Ringen um Märkte und Einfluss allein viel zu klein." Ihre Zukunft hänge davon ab, ob Europa es schaffe, seine technischen, ökonomischen und politischen Fähigkeiten zu bündeln und Anschluss zu halten an Konkurrenten in Asien und Lateinamerika. "Wir dürfen Europa nicht verlieren", sagte Teyssen weiter und forderte größeres Engagement von der Politik: "Mir fehlt Kampfgeist in ganz Europa."

Im erbitterten Streit mit Gewerkschaften um den massiven Stellenabbau bei Eon will der Konzern hart bleiben. "Auch Streiks können die Wirklichkeit nicht ändern. Und die heißt: Am Umbau führt kein Weg vorbei", sagte Teyssen zum geplanten Abbau von bis zu 11.000 Stellen. Die Kosten des Konzerns seien zu hoch und müssten runter. "Sonst sind wir nicht überlebensfähig."

Das vollständige Interview lesen Sie in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung.