Arthur Levinson wird Apple-Verwaltungsratschef Noch ein Nachfolger für Steve Jobs

Bis zu seinem Tod war Firmengründer Steve Jobs Verwaltungsratschef von Apple. Jetzt übernimmt der Biologe Arthur Levinson diese Aufgabe. Außerdem zieht ein Mann in das Gremium ein, der bisher mehr mit Donald Duck als mit iPhones zu tun hatte.

Ein Mann wie Steve Jobs braucht mehr als einen Nachfolger. Einen Monat nach dem Tod des Apple-Mitgründers hat der Computerkonzern Arthur Levinson zum neuen Verwaltungsratsvorsitzenden ernannt. Es ist der zweitmächtigste Posten im Unternehmen nach Tim Cook, der bereits seit August CEO ist.

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Mit Computern hatte Levinson zumindest in seiner Ausbildung nichts zu tun: Der heute 61-Jährige studierte Biologie sowie Biochemie in Seattle und Princeton. Er gilt als brillianter Biotechnologe. Er hält elf Patente.

Der Amerikaner war bisher Vorsitzender des Verwaltungsrats des Biotechnologie-Unternehmens Genentech, das 2009 vom Schweizer Pharma-Hersteller Hoffmann-La Roche gekauft wurde. Auch im Verwaltungsrat von Google saß er schon, wechselte aber 2005 zu Apple. Die beiden Technologiekonzerne konkurrieren miteinander, seit Google sein Betriebssystem Android für Smartphones anbietet - ein Angriff auf Apples iPhone.

Als Chef des Gremiums hat Levinson nun die Aufgabe, das Management zu kontrollieren und die Strategie mitzubestimmen. Er greift aber nicht ins Tagesgeschäft ein.

Levinson soll nun Cook den Rücken freihalten, Jobs Nachfolger an der Unternehmsspitze. An der Entscheidung, Cook einzusetzen, war der schwerkranke Jobs noch beteiligt. Cook wurde allerdings bereits kurz nach Amtsantritt kritisiert, weil sich die Freischaltung des Musik-Cloud-Services iTunes Match verzögerte.

Über viele Jahre hinweg war Steve Jobs das Gesicht des Unternehmens. Wegen seiner Krebserkrankung zog er sich bei Cooks Ernennung zum CEO auf den Posten des Verwaltungsratschefs zurück. Der Unternehmensgründer starb am 5. Oktober im Alter von 56 Jahren. Seither war der Posten nicht besetzt.

Neu in den Rat zieht auch Disney-Chef Bob Iger ein. Auch er ist mit Apple schon seit langer Zeit verbunden. Der Lenker des weltgrößten Unterhaltungskonzerns hatte Jobs dessen Animationsstudio Pixar 2006 abgekauft. Disney zahlte mit Aktien, wodurch Jobs zum größten Anteilseigner aufstieg. Die Verbindung mit Disney dürfte vor allem deshalb wichtig für Apple sein, weil die Pläne des Unternehmens konkreter werden, ein eigenes Fernsehgerät herauszubringen. Disney gehören die US-Sender ABC und ESPN, ein Sportkanal, und ein Viertel des Online-TV-Portals hulu.com.

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