Corona-Pandemie:Es gibt wieder mehr Jobs in Deutschland

Nach den inzidenzbedingten Lockerungen und Wiedereröffnung der Geschäfte herrscht in der Einkaufsstraße und Fußgängerzo

Wieder mehr Jobs: Die Öffnung von Geschäften und Gastgewerbe hilft auch den Arbeitnehmern.

(Foto: Ralph Peters/imago images)

Die Öffnung von Restaurants und Geschäften hilft: Die Arbeitslosenzahl sinkt im Juni deutlich.

Von Alexander Hagelüken

Es gibt wieder mehr Jobs in Deutschland. Der Corona-Schock lässt nach. Die Zahl der Arbeitslosen ging im Juni um 70 000 auf 2,6 Millionen zurück. "Die Unternehmen reduzieren weiter die Kurzarbeit und suchen wieder mehr nach neuem Personal", sagt der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele.

Die Öffnung von Geschäften und Gastgewerbe hilft auch den Arbeitnehmern. Schon im Mai gab es deutlich weniger Arbeitslose als im Frühjahr und Winter. Dabei spielt auch das bessere Wetter eine Rolle, das manche Tätigkeiten in warmen Jahreszeiten erleichtert. Doch selbst wenn man solche Saisoneffekte herausrechnet, schrumpfte die Arbeitslosigkeit im Mai und Juni um zusammen 50 000 Menschen. "Die umfassende Besserung setzt sich fort", sagt der BA-Vorsitzende Scheele.

Die wirtschaftliche Erholung schlägt sich nicht eins zu eins in neuen Arbeitsplätzen nieder. Denn statt zu entlassen, hatten viele Unternehmen nach Ausbruch der Pandemie vor einem Jahr Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt - im April 2020 waren es sechs Millionen. Die Kurzarbeit blieb auch im Winter und Frühjahr hoch und wird erst jetzt deutlich abgebaut. Viele Firmen gehen erst danach daran, wieder mehr Personal einzustellen.

Wirtschaft erholt sich

Wie es für die Arbeitnehmer weitergeht, hängt an der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Arbeitsmarkt reagiert auf die Konjunktur: Zieht die Wirtschaft an, gibt es auch mehr Jobs. Dabei folgt der Arbeitsmarkt mit einer gewissen Verzögerung. Es gibt gute Nachrichten: Aktuell sagen führende Konjunkturforscher voraus, dass die deutsche Wirtschaft sich dieses Jahr vom Corona-Schock erholt.

2020 war das Bruttoinlandsprodukt so stark geschrumpft wie seit dem Zweiten Weltkrieg nur in der Finanzkrise 2008. Dieses Jahr sagen die Konjunkturinstitute ein Wachstum von drei bis vier Prozent voraus. In der Industrie laufen die Geschäfte schon seit Monaten wieder gut, die Exporte nehmen zu. Und weil jetzt Restaurants, Hotels und Geschäfte wieder flächendeckend öffnen dürfen, haben die Menschen in Deutschland wieder mehr Möglichkeiten, Geld auszugeben. Weil immer weniger Bürger um ihren Job fürchten, halten sie sich beim Konsum auch nicht mehr so zurück wie 2020.

Die Arbeitslosigkeit wird nach den Prognosen der Wirtschaftsforscher im Laufe des Jahres insgesamt zurückgehen. Nach dem Ausbruch der Pandemie war die Zahl der Stellensucher rasch um eine halbe Million gestiegen. Ein Gutteil dieses Anstiegs ist schon aufgeholt. Es dürfte aber noch eine Weile dauern, bis die niedrigen Arbeitslosenzahlen der Vor-Corona-Zeit wieder erreicht werden.

© SZ
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