ArbeitslosigkeitDer Minister und das V-Wort

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Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli leicht gestiegen, doch der allgemeine Trend bleibt positiv. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle träumt sogar schon von lange Unvorstellbarem.

Deutschland auf dem Weg zur Vollbeschäftigung? Was vor Jahren noch als unvorstellbar galt, könnte - wenn alles gut geht - vielleicht in absehbarer Zeit doch Wirklichkeit werden. Bereits mehrfach hat Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) was Wort Vollbeschäftigung in den Mund genommen, und auch die aktuellen Arbeitsmarktdaten dürften ihn optimistisch stimmen. Denn: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli nur leicht um 39.000 auf 3,192 Millionen gestiegen.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli leicht gestiegen. Im vergangenen Monat waren etwa 39.000 Menschen mehr ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote erhöht sich damit leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent.
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli leicht gestiegen. Im vergangenen Monat waren etwa 39.000 Menschen mehr ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote erhöht sich damit leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent. (Foto: ddp)

Wie die Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte, erhöhte sich die Arbeitslosenquote gegenüber Juni leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres waren 271.000 Menschen weniger arbeitslos.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise erklärte, der Anstieg gehe auf die Sommerpause zurück. Saisonbereinigt und damit ohne diesen Effekt verringerte sich die Arbeitslosenzahl dagegen.

"Die deutsche Wirtschaft ist auf Erholungskurs, die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich weiter verbessert", sagte Weise.

Wirtschaftsminister Brüderle rechnet mit einem nachhaltigen Abbau der Arbeitslosigkeit. Er hatte schon zuvor erklärt, er halte mittelfristig sogar Vollbeschäftigung für möglich. Darunter verstehen Experten eine Arbeitslosenquote von unter drei Prozent.

Brüderles Ansichten werden gestützt von der aktuellen Erwerbstätigenquote: Mit dem kräftigen Aufschwung nähert sich die Zahl der Beschäftigten in Deutschland allmählich ihrem Rekordwert. Im Juni wurden rund 40,3 Millionen Erwerbstätige gezählt - 131.000 mehr als vor einem Jahr und 41.000 mehr als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit.

"Seit der Wiedervereinigung wurden in einem Juni noch nie so viele Erwerbstätige gezählt", sagte ein Statistiker. Damit rückt die im Oktober 2008 erreichte Rekord-Beschäftigung von knapp 40,8 Millionen in Reichweite. Die meisten Experten rechnen mit einer weiter steigenden Erwerbstätigkeit. Das Ifo-Institut erwartet für dieses Jahr durchschnittlich 40,35 Millionen und für 2011 mit rund 40,5 Millionen Beschäftigten.

© sueddeutsche.de/Reuters/AFP/stl - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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