Arbeitsbericht:So kommt das Neue in die Welt: das Schiff

Wie wird eigentlich ein Schiff hergestellt? Die Meyer Werft in Papenburg, die einige der weltgrößten Kreuzfahrtschiffe gebaut hat, sagt es uns. In Bildern.

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Hier liegt die Norwegian Jewel. Noch als Embryo. In der großen Produktionshalle der Meyer Werft in Papenburg werden die einzelnen Abschnitte des Schiffs, die so genannten Sektionen, vorbereitet. Jetzt schon werden sämtliche Kabel und Rohre eingebaut. Insgesamt kann eine einzige Sektion dann bis zu 800 Tonnen wiegen. Später werden die Sektionen dann zu einem Schiff zusammen gebaut. Früher hat man die Schiffe am Stück gebaut, die hier verwendete, zeitsparendere Baukasten-Bauweise gibt es erst seit etwa 20 Jahren.

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Jetzt werden die einzelnen Sektionen wie Legobausteine zusammengesetzt und miteinander verschweißt. Ganz langsam nimmt das Schiff Gestalt an. Die Außenhaut ist übrigens nicht überall gleich dick, sondern variiert zwischen 25 und 50 Millimeter. Die rote Farbe schützt die Stahlplatten vor Rost, mit der entgültigen Farbe wird die Norwegian Jewel erst später gestrichen.

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Ein Überblick in die Produktionshalle, das so genannte Baudock. Während im Hintergrund weitere Sektionen des Aufbaus entstehen, werden im Vordergrund gerade mit Hilfe eines "kleinen" Auslegerkranes kleinere Maschinen oder Geräte in den Neubau gehievt. Insgesamt werden in der Meyer Werft pro Jahr eineinhalb Kreuzfahrtschiffe hergestellt.

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Ein Kreuzfahrtschiff im Rohbau. Noch fehlt eine Sektion des Aufbaus, aber schwimmen würde das Schiff in diesem Zustand schon. Die silberne Farbe ist eine Grundierung, auf diese wird dann die entgültige Farbe aufgetragen.

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Der Schornstein der Norwegian Jewel ist aus Aluminium. Im Gegensatz zu den Schornsteinen vieler anderer Schiffe wird er nicht verkleidet - er ist das Markenzeichen des Auftraggebers, der Norwegian Cruise Line. Wie ein Automobilhersteller hat auch jede Reederei ein anderes Design. Somit ist es möglich, auf See von weitem schon die Reederei eines Schiffes zu erkennen - lange bevor man den Namen entziffern kann.

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Mit Hilfe eines 800 Tonnen schweren Krans wird der Schornstein in die Luft gehoben und über das Schiff gehievt. Um Platz und Zeit zu sparen hat die Meyer Werft ihn von einem Zulieferer produzieren lassen. Insgesamt stellen die 2300 Mitarbeiter der Meyer nur noch ein Viertel der für den Bau benötigten Schiffsteile selbst her.

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Gleich wird der Schornstein auf das Schiff aufsetzen. Er wiegt rund 175 Tonnen und ist ganze 19 Meter hoch. Als nächstes müssen die Rohre angeschlossen werden.

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Während oben auf dem Dach des Schiffes der Schornstein festgeschweißt wird, laufen auch die Arbeiten unter dem Bauch des Schiffes auf Hochtouren. Hier montieren die Mitarbeiter der Meyer Werft den Antrieb, die sogenannten Azipod-Anlage. Diese funktioniert ähnlich wie der Außenbordmotor eines Motorbootes: Sie ersetzt das Ruder und sorgt dafür, dass das Schiff in die richtige Richtung fährt - gleichzeitig treibt sie es mit der Schraube an. In die Azipod-Anlage ist ein Elektromoter eingebaut, der durch die Hauptmaschinen des Schiffes mit Strom versorgt wird. Gelenkt wird das Schiff übrigens heutzutage nur noch selten mit dem Steuerrad, sondern fast ausschließlich per Joystick.

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Insgesamt verfügt das Schiff über zwei Antriebe, die zusammen stolze 53.000 PS haben. Zum Vergleich: Ein Porsche Boxter hat 245 PS. Schneller ist er mit seinen 258 Stundenkilometern Spitzengeschwindigkeit trotzdem: Die Norwegian Jewel kann später maximal 46 Kilometer pro Stunde zurücklegen, was einer Reisegeschwindigkeit von 25 Knoten entspricht. Wie beim Autofahren hängt auch bei einem Schiff der Treibstoffverbrauch von der Fahrweise des Kapitäns ab, in der Regel liegt er zwischen 175 und 250 Tonnen Schweröl am Tag.

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Insgesamt werden rund 2000 Kilometer Kabel auf dem Schiff verlegt.

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Insgesamt soll es auf der Norwegian Jewel 10 Restaurants geben. Noch ist das Hauptrestaurant allerdings eine Baustelle.

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Im Bauch des Schiffes ist der Maschinenraum bereits fast fertig gestellt. Das gelbe Ungetüm ist eine der Hauptmaschinen der Norwegian Jewel. Sie erzeugt den Strom, der die Azipod-Anlagen antreibt, aber auch die Energie die im Schiff benötigt wird, beispielsweise um Licht zu erzeugen oder die Klimaanlage zu betreiben. Der Mitarbeiter rechts isoliert gerade Rohrleitungen die durch den Betrieb der Hauptmaschine sehr heiß werden.

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Die blaue Maschine im Vordergrund ist eine der vielen Pumpen die zum Beispiel Kraftstoff oder auch Kühlwasser zum Motor transportieren. Obwohl das Schiff gerade mal 294 Meter lang ist, werden auf den Norwegian Jewel insgesamt rund 200 Kilometer Rohrleitungen verlegt.

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Inzwischen sind auch die Innenkabinen fast fertig gestellt. Jetzt sollen noch ein paar schöne Bilder an der Wand für Atmosphäre sorgen. Bis zu 2376 Passagiere finden später auf der Norwegian Jewel Platz, etwa 1000 Crew-Mitglieder werden sich um sie kümmern.

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Der Teppich muss noch verlegt werden, ansonsten ist das Bordtheater schon fast fertig gestellt. Mehr als 1000 Passagiere fasst das Theater.

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Die Norwegian Jewel verlässt den Baudock zum ersten Mal. Sie ist 295 Meter lang, 33 Meter breit und 60 Meter hoch.

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An einem Sommertag soll das Schiff nach 16 Monaten Arbeit überführt werden. Zahlreiche Schaulustige sind gekommen, manche sogar aus Holland, Dänemark, der Schweiz und Österreich. Jetzt warten sie auf das Erscheinen der Norwegian Jewel.

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Und endlich ist es soweit: Heute fährt die Norwegian Jewel auf der Ems zur Nordsee, gerade passiert sie den Werfthafen. Zuerst wird sie nun einige Wochen getestet und jedes Einzelteil geprüft, von A wie Ankerkette bis Z wie Zentralschließanlage der Feuertüren. Anschließend wird sie der Reederei übergeben. Künftig soll sie dann als Fünf-Sterne-Kreuzfahrtschiff eingesetzt werden.

(Fotos: Meyer Werft, Texte: Friederike von Redwitz)

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