WirtschaftZahl der Gründer wächst in der Krise

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Das Hauptmotiv vieler Selbständiger ist der Umfrage zufolge, nebenher Geld zu verdienen.
Das Hauptmotiv vieler Selbständiger ist der Umfrage zufolge, nebenher Geld zu verdienen. Jörg Carstensen/Jörg Carstensen/dpa

Krise, hohe Preise und ein schwieriger Arbeitsmarkt: Mehr Menschen wagen unter Druck den Sprung in die Selbständigkeit. Für die meisten steht ein Motiv klar im Vordergrund.

In Zeiten von Wirtschaftskrise und gestiegenen Preisen machen sich deutlich mehr Menschen in Deutschland selbständig. Die Zahl der Gründerinnen und Gründer stieg 2025 auf rund 690 000, wie eine repräsentative Umfrage der staatlichen Förderbank KfW zeigt. Das sind fast ein Fünftel (18 Prozent) mehr als im Vorjahr mit 585 000.
Grund für den Schub ist ein deutlicher Anstieg der Selbständigen im Nebenerwerb: Hier wuchs die Zahl stark auf 483 000, nach 382 000 im Jahr 2024, während sich bei den Gründungen im Vollerwerb kaum etwas änderte. Dadurch stieg der Anteil der Nebenerwerbsgründungen auf den Rekordwert von 70 Prozent.

Hauptmotiv vieler Menschen ist es laut Umfrage, mit der Selbständigkeit nebenher zusätzlich Geld zu verdienen. Ein möglicher Grund seien die gestiegenen Lebenshaltungskosten, sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. „Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist schwieriger geworden, auch kleine Nebenjobs sind nicht mehr leicht zu finden. Die Selbständigkeit kann hier eine Alternative für einen Zuverdienst sein.“ Für die Studie, eine Vorabauswertung des KfW-Gründungsmonitors, wurden 30 000 Telefoninterviews und 20 000 Online-Interviews geführt. Der Begriff Gründer ist breit definiert: Dazu zählen Menschen, die sich im Voll- oder Nebenerwerb, freiberuflich oder gewerblich, per Neugründung, Beteiligung oder Übernahme selbständig gemacht haben.

Die Mehrheit der Gründer ist aus Überzeugung selbständig, so die Umfrage. Zwei Drittel ziehen die Selbständigkeit grundsätzlich einer Festanstellung vor. Allgemein dominieren kleine Gründungen: Nur 24 Prozent der Existenzgründungen hatten 2025 Beschäftigte. Gegründet wurde größtenteils neu, die Unternehmen wurden also rechtlich und organisatorisch erstmals aufgesetzt. Nur zehn Prozent waren Existenzgründungen durch Übernahmen.
„Deutschland braucht junge, innovative Unternehmen“, sagt Chefvolkswirt Schumacher. Nötig sei aber auch eine stabile Unternehmenslandschaft. Etwa 545 000 mittelständische Firmen suchten bis Ende 2029 eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. „Für den Wirtschaftsstandort Deutschland wäre es unglaublich wichtig, dass sich mehr Menschen für die Übernahme eines bestehenden Unternehmens begeistern.“

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