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Apps:Plötzlich Chef

Smiling young woman taking selfie with female friend while relaxing on field during sunny day model released Symbolfoto

Damit die Nutzer sich entspannen oder ihren Hobbys nachgehen können, müssen App-Programmierer sich ins Zeug legen und immer am Ball bleiben.

(Foto: Marco Govel/imago images)

Mit einer eigenen Handy-App seinen Lebensunterhalt verdienen - gar eine Firma aufbauen? Fünf Beispiele, wo das funktioniert hat.

Von Hans von der Hagen

Als Google und Apple vor mehr als zehn Jahren ihre App-Stores für Handybesitzer einrichteten, glaubten die einen, dass alles möglich sei. Andere blieben misstrauisch. Viele Apps kosteten ja nicht mehr als 99 Cent. Was sollte das bringen? Mittlerweile ist es ein enormes Geschäft, vor allem für Apple und Google. Beide nehmen sich in vielen Fällen 30 Prozent vom Umsatz. Eine Unternehmensberatung errechnete unlängst, dass über den App-Store von Apple Geschäfte im Volumen von knapp 520 Milliarden Dollar generiert werden. Das Gute daran: Mit einer guten Idee, Durchhaltevermögen und Programmierkenntnissen kann jeder mitverdienen.

Was App-Entwickler wissen sollten:

Der Weg zur eigenen App

Programmiert wird bei Apple vor allem mit Swift, einer sehr einfach gehaltenen Sprache, das Pendant für Android-Apps heißt Kotlin. Das Lernen einer Programmiersprache ähnelt dem Lernen einer Fremdsprache, nur müssen eben technische Abläufe formuliert werden. Unzählige Tutorials erleichtern den Einstieg.

Ist die Software fertig, kann man sie zunächst im Entwicklungsprogramm selbst und dann auf dem eigenen Gerät testen. Passt alles, wird sie über Entwicklerkonten hochgeladen - angereichert mit Suchbegriffen, einer Beschreibung und Bildschirmkopien. Zahlen muss man auch: bei Apple jährlich, bei Google nur einmal.

Bevor Apple eine App freischaltet, wird sie getestet, was im Schnitt zwei Tage dauert. Bei Google landet eine App sofort im Playstore, kann aber im Nachhinein getestet werden. Es lässt sich auch einstellen, in welchen Ländern eine App verfügbar sein soll.

Bei größeren Vorhaben kann es sinnvoll sein, eine Firma zu gründen - vor allem, wenn noch Geldgeber gesucht werden. Außerdem: Da Apps oft weltweit angeboten werden, kann auch weltweit geklagt werden. Zum Beispiel, weil jemand sein Copyright verletzt sieht. Dagegen schützt etwa die beschränkte Haftung einer GmbH.

Für jeden, der mit seiner App Geld verdienen möchte, empfiehlt es sich zudem, einen Businessplan aufzustellen - Praktiker warnen, dass vor allem Nicht-Techniker den Programmieraufwand und die Zeit zur Erstellung professioneller Grafiken gerne unterschätzen und irgendwann entnervt aufgeben. hgn

© SZ

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