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Apple-Zulieferer:Massenschlägerei bei Foxconn - Produktion gestoppt

Krawalle unter Arbeitern: In einem Wohnheim nahe einer chinesischen Fabrik des Apple-Zulieferers Foxconn haben sich mehr als 2000 Beschäftigte an einer Massenprügelei beteiligt. Die Polizei brauchte zehn Stunden, um die Unruhen unter Kontrolle zu bringen, die Produktion musste unterbrochen werden.

In einer chinesischen Fabrik des Apple-Zulieferers Foxconn ist nach einer Massenschlägerei die Produktion angehalten worden. Der Vorfall habe sich am späten Sonntagabend in einem unter privater Leitung stehenden Wohnheim in der Nähe der Foxconn-Fabrik in Taiyuan im Norden Chinas ereignet, teilten das Unternehmen und die Polizei mit. Eine handgreifliche Auseinandersetzung mehrerer Arbeiter habe sich dabei zu einer Massenschlägerei mit mehr als 2000 Beteiligten entwickelt.

Dutzende Personen seien verletzt worden. Polizeikräfte seien ausgerückt, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, dass die Einsatzkräfte die Situation erst nach zehn Stunden beruhigen konnten.

Die Behörden haben inzwischen Ermittlungen eingeleitet, um die Hintergründe der Auseinandersetzung herauszufinden. Nach Angaben von Foxconn und der Polizei stand der Streit aber vermutlich nicht mit der Arbeit der Beteiligten in Zusammenhang. In chinesischen Internet-Foren hieß es, die Auseinandersetzung habe sich möglicherweise daran entzündet, dass ein Wachmann einen Mitarbeiter geschlagen habe.

Das 79.000 Mitarbeiter zählende Werk in Taiyuan ist nach einem Bericht der chinesischen Computerzeitung Diannaobao auch Teil der Produktionskette für das neue iPhone 5. Der taiwanische Konzern Foxconn ist für die Fertigung von Apple-Produkten bekannt, beliefert aber auch große Computerfirmen wie Dell, Hewlett-Packard und Sony. Experten schätzen, dass der Zulieferer etwa die Hälfte aller Geräte der Unterhaltungsindustrie weltweit fertigt.

Die Arbeitsbedingungen bei Foxconn werden immer wieder scharf kritisiert. Im Jahr 2010 hatten sich 14 Foxconn-Mitarbeiter in China das Leben genommen - Anfang dieses Jahres drohten etwa 150 weitere Arbeiter mit Suizid, um eine Lohnerhöhung zu erzwingen. Nach einem Bericht der Fair Labor Association (FLA), einer von Wirtschaftsunternehmen getragenen Nichtregierungsorganisation, hatte der Apple-Zulieferer allerdings in letzter Zeit Fortschritte bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen gemacht.

© dapd/dpa/AFP/olkl/joku

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