Personalisierte WerbungApple ändert Cookie-Regeln für Drittanbieter-Apps

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Der Apple-Store in Hamburg.
Der Apple-Store in Hamburg.
Christian Charisius/dpa

Der US-Techkonzern Apple lockert seinen Zugriff auf die Nutzerdaten-Abfragen in Apps von anderen Unternehmen. Hintergrund ist ein Streit mit dem Bundeskartellamt.

SZ bei Google bevorzugen

Apple ändert nach einem Streit mit dem Bundeskartellamt seine internen Regeln, wie App-Anbieter auf iPhones und iPads Nutzerdaten für personalisierte Werbung abfragen können. „Apple wird die Nutzerabfragen nun deutlich angleichen und den Drittanbietern von Apps mehr Möglichkeiten geben, die erforderlichen Abfragen sinnvoll miteinander zu verbinden“, sagte der Chef der Bonner Behörde, Andreas Mundt, am Montag.

Der Konflikt dreht sich um das sogenannte App Tracking Transparency Framework (ATTF). Mithilfe dieser Funktion können Apple-Nutzer seit April 2021 auf ihrem Gerät entscheiden, welche Aktivitäten eine Drittanbieter-App oder -Internetseite aufzeichnen darf. Das kritisieren Verlage und die Facebook-Mutter Meta, die von Werbeeinnahmen abhängig sind. Sie benötigen möglichst exakte Nutzerprofile, damit Anwendern zielgerichtete Anzeigen auf den Geräten ausgespielt werden können. Diese bringen mehr Geld ein als breit gestreute Kampagnen.

Das Bundeskartellamt hatte Anfang 2025 die Regeln von Apple für die Aktivitäten von Apps scharf kritisiert. Bestimmte Anforderungen gälten nur für Drittanbieter und nicht für Apple selbst. Dies könnte eine verbotene Ungleichbehandlung bedeuten, so der Anfangsverdacht des Kartellamtes. Der US-Konzern schlug daraufhin Modifikationen für die Einwilligungsabfragen vor. Diese Änderungen reichten nach Ansicht des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft jedoch nicht aus. Apple entscheide weiterhin darüber, wer Zugang zu werberelevanten Daten erhalte. Der US-Konzern hat die Kritik stets zurückgewiesen. Die Funktion diene dem Datenschutz.

Die Wettbewerbsbehörden Frankreichs und Italiens brummten Apple wegen des ATTF bereits Geldbußen von zusammengerechnet rund 250 Millionen Euro auf. In Polen ermitteln die zuständigen Behörden ebenfalls wegen möglicher Verstöße gegen das Kartellrecht.

Nun habe sich Apple „auf Wunsch des Bundeskartellamts bereit erklärt, Text und Gestaltung der Abfrage anzupassen“, wie der Konzern mitteilte. Vor allem sollen die Abfragefenster neutraler gestaltet werden, sodass keine Apps sichtbar bevorzugt würden. Damit sei dieses Verfahren gegen Apple laut dem Kartellamt abgeschlossen. Der iPhone-Hersteller ergänzte, die Änderungen würden künftig in fast allen EU-Staaten gelten.

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