Hübscher weißer Karton, darin ein 13-Zoll-Laptop in wertigem Alu-Design – Apples jüngster Spross seiner Laptop-Familie macht erst einmal nicht den Eindruck eines Billiggerätes. Anders als bei der Konkurrenz schnappt etwa das Chassis nicht mit hoch, wenn man den Deckel mit dem Bildschirm mit einer Hand aufklappt. Der Bildschirm selbst ist scharf und ausreichend hell, spiegelt jedoch stark.
Allerdings, und von hier an beginnt die Liste der Sparmaßnahmen, füllt die Anzeige nicht wie bei teureren Modellen nahezu den gesamten Deckel aus, sondern es bleibt ein einigermaßen breiter Rand. Auch der Akku hält bei Weitem nicht so lange durch, wie es die jüngste Generation von Laptops nicht nur von Apple erwarten lässt. Dreht man die Bildschirmhelligkeit voll auf, wird schon nach etwa vier Stunden ein Ladegerät nötig. An diesem saugt der Neo dann auch noch ziemlich lange.
Ein Ladegerät liegt dem Computer übrigens nicht bei, was aber keine Spaßmaßnahme ist, sondern eine EU-Vorschrift. Europa hat bekanntermaßen die Hersteller dazu verpflichtet, standardisierte USB-C-Buchsen einzubauen. Zwei davon bringt auch das Macbook Neo mit, allerdings kann eine davon Daten nur mit der recht veralteten USB-2.0-Geschwindigkeit übertragen. Immerhin lässt sich der Computer darüber laden, sodass die schnellere Buchse frei bleibt, etwa für eine externe Festplatte. Den leistungsfähigeren USB-C-Standard Thunderbolt hat sich Apple gespart.
Ein iPhone-Prozessor in einem Laptop
Im Inneren, das ist die eigentliche technische Sensation, werkelt ein Prozessorchip aus der iPhone-Baureihe, um genau zu sein der A18 Pro, der ursprünglich für das iPhone 16 Pro entwickelt wurde. Ein Handy-Chip in einem Laptop? Kann das funktionieren? Nun, im Prinzip passiert das schon seit Längerem. Apple entwickelt auch seine M-Prozessoren auf der Basis von Designs des britischen Chipentwicklers ARM, und die kommen von Mobilprozessoren her. Genauso macht es auch etwa Qualcomm. Deshalb sind diese Chips auch sparsamer als etwa die von Intel oder AMD, die aus der PC-Welt kommen.
Das Macbook Neo ist nicht dazu geeignet, ressourcenhungrige Spiele zu zocken oder hochauflösende Filme professionell zu bearbeiten. Auch deshalb, weil Apple dem Neo nur acht Gigabyte Hauptspeicher spendiert. Für die Standardaufgaben eines Computers – schreiben, surfen, mailen und womöglich ein bisschen Fotobearbeitung – reicht die Leistung aber leicht aus.
Das Einzige, das manche dann doch empfindlich stören könnte, ist die fehlende Tastaturbeleuchtung. Die sollte bei Laptops nun wirklich zum Standard gehören. Es ist supernervig, wenn man bei wenig Licht etwa im abgedunkelten Hörsaal auf der Tastatur herumsuchen muss, vor allem, wenn es um seltener benutzte Tasten geht.
Apples strategische Überlegungen lassen sich anhand dieser Beschränkungen relativ leicht ableiten. Mit ausdauernderem Akku und beleuchteter Tastatur wäre das Neo zu nahe an das teurere Macbook Air gerückt. Auch auf Optionen wie mehr Hauptspeicher hat Apple verzichtet. So manche Kundinnen und Kunden hätten sonst möglicherweise zum günstigeren Laptop gegriffen, weil das Gerät eigentlich alles kann, was man im Alltag braucht.
Ähnliches zeigt sich auch bei den e-Varianten der iPhones. Die sollen – so muss man das wohl deuten – ebenfalls Kunden ansprechen, denen Apple sonst womöglich zu teuer wäre, lassen aber so viel vermissen, dass die Gefahr nicht allzu groß ist, sich zu kannibalisieren.
Abgesehen von seinen bewusst gesetzten Mankos ist das Macbook Neo ein klassisches Einsteigergerät, bei dem alle zugreifen können, die kein Windows- oder Linux-Notebook wollen und denen es nicht auf höchste Leistung und einen Akku mit viel Kapazität ankommt. Mit der nicht beleuchteten Tastatur muss man allerdings leben können.
Das Macbook Neo kostet 699 Euro mit acht Gigabyte Hauptspeicher und 256 Gigabyte Festplattenplatz. Für 799 Euro gibt es 512 Gigabyte Festplattenplatz und einen Einschaltknopf mit Fingerabdrucksensor. Beim Hauptspeicher bleibt es auch hier bei acht Gigabyte.

