Verbraucherschutz:EU verbietet Apples Ladekabel

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Ladebuchsen in Elektrogeräten

Ein iPhone von Apple mit Ladekabel: Der Konzern soll künftig einen anderen Anschluss verwenden, fordert die EU.

(Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)

Die Kommission schlägt ein Gesetz vor, das einheitliche Kabel für Handys und Tablets erzwingen soll. Leidtragender wäre Apple. Der Konzern ist sauer, das Europaparlament entzückt.

Von Björn Finke, Brüssel

Viel Zustimmung im Europaparlament, Sorge bei Apple: Das ist die Reaktion auf den Gesetzentwurf der EU-Kommission, mit dem die Brüsseler Behörde einheitliche Ladekabel erzwingen will. Künftig, wohl von 2024 oder 2025 an, dürfen in der EU demnach nur noch Handys, Tablets, Kameras, Kopfhörer und Spielekonsolen verkauft werden, die mit Kabeln des Typs USB-C aufgeladen werden. Das ist ohnehin der am weitesten verbreitete bei Smartphones. Doch der US-Konzern Apple verwendet bislang für Handys seinen eigenen Standard namens Lightning.

Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton sagte bei der Präsentation des Richtlinienentwurfs am Donnerstag, dies sei "ein großer Schritt hin zu mehr Verbraucherfreundlichkeit und weniger Abfallaufkommen". Damit der Entwurf Gesetz wird, müssen ihn Europaparlament und Ministerrat, das Entscheidungsgremium der Mitgliedstaaten, beraten und billigen. Vom Parlament ist kein Widerstand zu erwarten: Die Abgeordneten forderten die Kommission schon vor anderthalb Jahren auf, solch eine Regelung zu erlassen. Nach der Vorlage am Donnerstag äußerten sich sowohl Sozialdemokraten als auch Christdemokraten und Grüne erfreut.

Ein Apple-Sprecher sagte hingegen, der Konzern sei "besorgt, dass ein strenger Regulierungsrahmen, der nur eine Art von Ladebuchsen vorschreibt, Innovation eher behindert als fördert - und damit den Verbraucherinnen und Verbrauchern in Europa und auf der ganzen Welt schadet". Der Hinweis auf die ganze Welt kommt nicht von ungefähr: Es wäre teuer für Hersteller wie Apple, eine Version ihrer Handys für Europa und eine andere für den Rest der Welt zu fertigen. Da die EU ein unverzichtbarer Markt ist, könnte das neue Gesetz daher zum globalen Standard werden.

Die Industrie hat die Zahl der Ladekabeltypen bereits durch freiwillige Selbstverpflichtungen von 30 auf drei gesenkt. Von den drei Standards ist einer ein Auslaufmodell, so dass nur USB-C und Apples Lightning übrig bleiben - und bald nach dem Willen der EU alleine USB-C verwendet wird. Daneben verpflichtet der Rechtsakt Hersteller, Handys immer auch ohne miteingepacktes Ladegerät zu verkaufen. Kunden haben dann die Wahl, ob sie nur das Telefon oder Telefon plus Auflader erwerben wollen. Die ganzen Regelungen sollen den Verbrauchern 250 Millionen Euro Ausgaben pro Jahr sparen.

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