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Apple-Konkurrent:Galaxy-Verkäufe bringen Samsung hohe Gewinne

Das neueste Modell verkaufte sich zehn Millonen Mal in nur zwei Monaten. Samsung liegt mit seinen Smartphone-Verkäufen wohl sogar vor der Konkurrenz von Apple - und verdient kräftig. Der südkoreanische Elektronikkonzern hat seinen Gewinn um 50 Prozent gesteigert.

Der Erfolgsgarant heißt Galaxy. Nach Berechnungen von Marktforschern lieferte der Elektronikkonzern Samsung im vergangenen Quartal schätzungsweise 52 Millionen Geräte an Händler, während Hauptkonkurrent Apple zuletzt 26 Millionen Verkäufe an Endkunden meldete. Auch wenn diese Zahlen sich somit nicht direkt vergleichen lassen*, steht Samsung gut da: Allein das neue Spitzenmodell Galaxy S III verkaufte sich zehn Millionen Mal - und das in nur zwei Monaten seit Markteinführung.

Mit Smartphones macht Samsung rund die Hälfte seines Umsatzes. Der Erfolg in dieser Sparte und bei den Tablet-Computern hat dem südkoreanischen Hersteller erneut Rekordgewinne beschert. Von April bis Juni verdiente Samsung unter dem Strich umgerechnet fast 3,7 Milliarden Euro und damit fast 50 Prozent mehr als im Vorjahresquartal, wie der Konzern mitteilte. Der Umsatz stieg um 21 Prozent auf rund 34 Milliarden Euro.

Die Stärke im Smartphone-Markt verdeckte erneut die Schwächen im Chip-Geschäft, das von niedrigen Preisen und Überkapazitäten belastet ist. Auch die Schuldenkrise in Europa und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft könnten die Gewinnaussichten langfristig verschlechtern, so das Unternehmen.

Samsung ist seit kurzem Weltmarktführer bei Smartphones und der große Konkurrent des US-Konzerns Apple. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Koreaner ihre Führung auf dem umkämpften Smartphone-Markt ausbauen können. Der iPhone-Hersteller dagegen verfehlte zum zweiten Mal binnen einen Jahres mit seinen Quartalszahlen die hochgesteckten Erwartungen. Am Donnerstag hatte Samsung außerdem in einem Patentstreit um die Touchscreen-Technologie vor dem Oberlandesgericht in München gegen Apple gewonnen.

Die Samsung-Aktien verteuerten sich nach Vorlage der Quartalszahlen um zwei Prozent. Unabhängig von Apple werde Samsung im dritten Quartal stark dastehen, zeigte sich Analyst Byun Han Joon von KB Investment & Securities optimistisch. "Dass Apple stolpert, ist eine Chance."

*Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hatten wir die Samsung-Zahl (52 Millionen Lieferungen an Händler) mit der Apple-Zahl verglichen (26 Millionen Verkäufe an Endkunden). Dabei ist natürlich nicht sicher, dass jede Lieferung an einen Händler auch zu einem echten Verkauf führt. Diese Zahlen nennt Samsung nicht. Die Nachrichtenagentur dpa hatte den schiefen Vergleich unter Berufung auf die Marktforscher Juniper Research gemeldet. Der Blog Basic Thinking wies dann daruf hin, dass der Vergleich schwierig ist.