Apple-Präsentation:Ein iPhone für Einsteiger und ein Monsterchip

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Apple-Präsentation: Apple-Mitarbeiterin Francesca Sweet stellt das neue Einsteiger-iPhone SE vor.

Apple-Mitarbeiterin Francesca Sweet stellt das neue Einsteiger-iPhone SE vor.

(Foto: BROOKS KRAFT/AFP)

Apple stellt einen neuen, leistungsstarken Chip für Desktop-Computer vor, der die Messlatte für die Konkurrenz wieder ein Stück höher hängt. Das Einsteiger-iPhone SE macht der Konzern attraktiver.

Von Helmut Martin-Jung

Zieht man mal die natürlich unvermeidlichen "incredible", "beautiful" und so weiter ab, dann war der meistgebrauchte Begriff bei der jüngsten Präsentation neuer Apple-Geräte: "Apple Silicon". Gemeint ist natürlich nicht Silikon, sondern Silizium, mit anderen Worten: Apples selbst designte Chips. Auch wer nicht Apples wieder formidabel aufgelegter PR-Abteilung angehört, wird konstatieren müssen, dass der Konzern die selbst gesteckten Ziele einhält. Der am Dienstagabend deutscher Zeit vorgestellte M1 Ultra ist nicht bloß von seinen Ausmaßen her groß. Er dürfte den Chipdesignern der Konkurrenz auch kritische Fragen von deren Chefs bescheren.

Eingebaut wird der M1 Ultra in den ebenfalls neuen Desktop-Computer Mac Studio, ein Arbeitspferd für alle, die am Arbeitsplatz möglichst viel Rechenpower brauchen, also etwa Filmschaffende, Designer, Fotografen oder Musikproduzenten. Der quadratische Studio-Rechner (knapp 20 mal 20 mal gut neun Zentimeter) ähnelt einem in die Höhe gewachsenen Mac Mini, hängt aber nicht nur diesen bei allen Leistungsdaten um Längen ab. Er soll beispielsweise gut dreimal so schnell sein wie der schnellste 27-Zoll-iMac. Er enthält 114 Milliarden Transistoren, kann bis zu 18 Videos in 8K-Auflösung gleichzeitig abspielen; bis zu vier Monitore und zusätzlich ein 4K-Fernseher lassen sich anschließen. Oder, wie es Apples Marketing-Mann mit der üblichen Unbescheidenheit sagte: "Ein Monster von einem Chip."

Apple hat damit den angekündigten Übergang von Intel-Prozessoren zu den selbst entwickelten auf der Basis von Designs der britischen Firma ARM nahezu abgeschlossen. Was nun nur noch fehlt, ist das absolute High End, der Mac Pro. Aber das, hieß es bei der Präsentation, sei "etwas für einen anderen Tag". Es ist auch die Frage, ob man mit dem bisher gewählten Ansatz auf lange Sicht weiterkommt. Denn was Apple gemacht hat, war, den ursprünglichen M1 immer größer zu machen. Mehr Rechenkerne, mehr Grafikkerne, mehr von allem. Beim jetzt vorgestellten M1 Ultra hat Apple sich schon etwas einfallen lassen müssen, denn noch größer hätte ein einziger Chip kaum mehr werden können. Also erfanden die Ingenieure eine Art Brücke, die es erlaubt, zwei M1 zu verbinden, und zwar schneller als bisherige Lösungen das hingekriegt haben.

Was es sonst noch gab

Ebenfalls neu: Ein Monitor, der für den Studio-Rechner gedacht ist und nicht nur 5K-Auflösung bietet, sondern auch eine hochauflösende Zwölf-Megapixel-Kamera, mehrere Mikrofone und sechs Lautsprecher. Von den Apple-Auguren erwartet und nun auch vorgestellt worden ist ein neues iPhone SE. Es rechnet nun mit dem A15-Chip, der auch im jüngsten iPhone 13 steckt, die Kamera wurde verbessert, 5G-Unterstützung versteht sich fast von selbst. Es bleiben der Home-Knopf und der für Apple-Verhältnisse günstige Preis (ab 519 Euro), aber auch der relativ kleine Bildschirm (4,7 Zoll).

Auch die Mittelklasse der iPads, das Air, wurde upgedatet. Apple setzt dabei seine Politik fort, in die neuen Modelle dieser Reihe Merkmale der Pro-Reihe einzuführen. In diesem Jahr heißt das: Das iPad enthält nun den M1-Prozessor und macht damit einen großen Leistungssprung. Auch für die Version des Air mit Mobilfunk gibt es nun 5G-Unterstützung.

Die Präsentation war wie seit der Pandemie üblich vorher aufgezeichnet und gewohnt gekonnt inszeniert. Auffallend diesmal, dass nahezu alle Präsentationen von Frauen gehalten wurden. Da bei Apple-Präsentationen nichts zufällig passiert, hatte das wohl mit dem Datum zu tun, der 8. März ist Weltfrauentag.

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