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Anstieg des Bruttoinlandsprodukts:Regierung rechnet mit schnellerem Wachstum

In Deutschland wird die Wirtschaft 2015 um zwei Prozent wachsen, sagt zumindest die Bundesregierung. Außerdem will sie im kommenden Jahr keine neuen Schulden aufnehmen - möglichst auch dann nicht, wenn die Ukraine finanzielle Hilfe aus Deutschland erhält.

Es soll noch schneller aufwärts gehen, sagt die Bundesregierung. Sie erwartet, dass sich der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland im kommenden Jahr weiter beschleunigt. "Für das Jahr 2015 erwartet die Bundesregierung eine reale Zunahme des Bruttoinlandsproduktes von zwei Prozent und damit erneut ein kräftiges Wachstumsplus", heißt es in Berlins neuem Stabilitätsprogramm für die EU-Kommission.

In dem Bericht rechnet die Regierung von 2016 bis 2018 mit einem durchschnittlichen realen, also inflationsbereinigten Plus des BIP von etwa 1,5 Prozent im Jahr. "In diesem Zeitraum wird sich die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt weiter fortsetzen", heißt es in dem Stabilitätsprogramm, das das Bundeskabinett am Vormittag in Berlin verabschieden will. Für dieses Jahr erwartet die Regierung ein reales Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent.

Etwas vorsichtiger prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) das deutsche Wachstum: In diesem Jahr erwartet der IWF ein Plus von 1,7 Prozent, für das kommende Jahr einen Zuwachs von 1,6 Prozent.

In dem Bericht bestätigt die Bundesregierung außerdem ihre finanzpolitischen Ziele. So plant der Bund 2015 erstmals seit 1969 wieder einen Haushalt ohne neue Schulden. Das Budget von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen war bereits 2012 und 2013 ausgeglichen. "Es gilt, die Neuverschuldung zu stoppen und die Schuldenstandsquote nachhaltig zu senken", heißt es in dem Bericht. So sollen die Schulden deutlich schneller zurückgeführt werden, als von den europäischen Regeln vorgegeben sei.

Auch die geopolitische Lage spielt eine Rolle. Finanzminister Wolfgang Schäuble sagte der Bild-Zeitung, er glaube, dass er dieses Ziel selbst dann noch erreichen könne, wenn Deutschland die Ukraine finanziell unterstützen sollte. Allerdings relativierte er auch: "Die Chancen dafür stehen gut, wir tun alles, damit es so kommt. Aber die Zukunft ist unvorhersehbar und ich kann keine Garantien abgeben."

Ziel der Bundesregierung ist es, die Schuldenstandsquote innerhalb von zehn Jahren auf weniger als 60 Prozent des BIP zurückzuführen. Bis Ende 2017 soll der Schuldenstand auf unter 70 Prozent des BIP von derzeit rund 80 Prozent sinken.