Anselm Grün, 73, Benediktinermönch und Coach für Führungskräfte, rät zu mehr Gelassenheit im Beruf. Er empfinde die moderne Wirtschaft als eher angstgetrieben, sagte Grün der Zeit. "Es gibt immer mehr Vorschriften und immer weniger Vertrauen." Stattdessen solle ein Chef "nicht von oben Dinge vorgeben, sondern Kreativität und Hoffnung wecken", so der Ordensmann. "Zum guten Führen gehört jedenfalls, anderen Freiheit zu lassen und selber den Kopf hinzuhalten und zu kämpfen." Kritisch sieht Grün eine "Umstrukturierungswut". Veränderungen bräuchten Zeit und klare Ziele. "Bei manchen Firmen habe ich den Eindruck, sie verwechseln Fortschritt mit Staubaufwirbeln. Sie wollen möglichst viel machen, ohne dass es aus einer inneren Ruhe heraus kommt."