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Anleihen, Rohstoffe, Devisen:Rohstoffpreise steigen weiter 

Die Angst vor einer Teuerung belastet weiterhin die Kurse für Staatsanleihen und hält die Renditen hoch. Ein Grund für die Inflationsängste sind die stetig steigenden Rohstoffpreise.

Auch am Mittwoch haben sich die Anleger von Staatsanleihen getrennt. Aussagen von US-Präsident Joe Biden, die Aussicht für die Wirtschaft sei besser geworden und die Inflation werde noch lange niedrig bleiben, konnten die Sorgen der Anleger vor einer anziehenden Teuerung nicht vertreiben. Die Renditen der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe und des Pendants aus den USA setzten daher ihren jüngsten Aufwärtstrend fort und stiegen auf minus 0,274 beziehungsweise plus 1,44 Prozent.

Genährt wurden die Spekulationen auf höhere Verbraucherpreise von steigenden Rohstoffnotierungen. In Erwartung einer anziehenden Nachfrage und Lagerbeständen auf dem tiefsten Stand seit Ende 2005 gewann das Industriemetall Kupfer 3,3 Prozent und war mit 9504 Dollar je Tonne so teuer wie zuletzt vor gut neuneinhalb Jahren. Auch Rohöl-Anleger setzten auf eine Normalisierung der Wirtschaft. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 2,6 Prozent auf 67,05 Dollar je Fass, obwohl die Öl-Reserven in den USA überraschend gestiegen sind.

Am Devisenmarkt deckten sich weitere Anleger mit Pfund Sterling ein. Die britische Währung stieg in der Spitze um jeweils ein knappes Prozent auf ein Drei-Jahres-Hoch von 1,4235 Dollar beziehungsweise auf ein Zwölf-Monats-Hoch von 1,1703 Euro. Die raschen Fortschritte bei den Corona-Massenimpfungen und die Vorstellung eines Fahrplans für eine Lockerung der Pandemie-Beschränkungen schürten Hoffnungen auf eine kräftige Konjunkturerholung, sagten Börsianer. Derweil gab der Euro zum Dollar etwas nach und notierte bei 1,2129 Dollar.

Unterdessen ging der Bitcoin nach dem rund 25-prozentigen Kurssturz der vergangenen Tage auf Erholungskurs. Die Cyber-Devise stieg um gut fünf Prozent auf 51 460 Dollar. Es sei bemerkenswert, dass Investoren umgehend die Gelegenheit zum Einstieg nutzten, sagte Timo Emden von Emden Research.

© SZ vom 25.02.2021 / SZ, Reuters, dpa
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