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Anleihen, Rohstoffe, Devisen:Minusgeschäft mit allen Bundesanleihen

Auf der Suche nach sicheren Anlagen werden die deutschen Staatspapiere vermehrt gekauft. Die Renditen fallen. Auch die 30-jährigen Staatstitel rentieren erneut unter null.

Nach den starken Gewinnen der vergangenen Tage hat der Kurs des Euro am Freitag weiter kräftig zugelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am späten Abend einen US-Cent höher bei 1,1129 Dollar.

Am Anleihemarkt zogen sich Anleger aus italienischen Bonds zurück. Ihre Rendite stieg im Gegenzug von 1,243 auf 1,334 Prozent. Die Europäische Union und die G-20-Länder haben zwar einen gemeinsamen Kampf gegen das Coronavirus vereinbart. Allerdings konnten sie sich auch nach sechsstündigen Verhandlungen nicht darauf einigen, mit welchen Finanzinstrumenten man schwer angeschlagenen Staaten unter die Arme greifen kann. Italien ist stark von der Pandemie betroffen. Dazu kommt eine ohnehin hohe Verschuldung, die nach Berechnungen des Forschungsinstituts Prometeia bis Jahresende auf 150 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen dürfte.

Die unklaren wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie treiben immer mehr Anleger in "sichere Häfen", wie zum Beispiel in deutsche Bundesanleihen. Dies drückte die Rendite der Papiere mit 30 Jahren Laufzeit wieder unter die Marke von null Prozent bis auf minus 0,035 Prozent. Die zehnjährigen deutschen Staatstitel rentierten mit 0,485 Prozent im Minus. Damit sind sämtliche Schuldtitel des Bundes für Investoren ein Verlustgeschäft.

Die Erholung des Goldpreises ist vorerst beendet. Das Edelmetall verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 1619 Dollar je Feinunze. "Ich sehe keinen anderen Grund, derzeit Gold zu verkaufen, als vor dem Wochenende ein paar Gewinne mitzunehmen", sagt Stephen Innes, Chef-Anlagestratege vom Brokerhaus Axicorp. Die Angst der Anleger vor den Folgen einer Rezession ließ den Ölpreis weiter abrutschen. Ein Barrel der europäischen Sorte Brent aus der Nordsee kostete mit 24,79 Dollar knapp sechs Prozent weniger als am Donnerstagabend.

© SZ vom 28.03.2020 / amon, Reuters, dpa
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