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Anleihen, Devisen, Rohstoffe:Nervosität bei Italien-Anlegern

Das besonders hart von der Pandemie betroffene Italien ist dringend auf Hilfen angewiesen. Verzögern sich diese, plant das Land neue Schulden aufzunehmen. Die Anleger sind verunsichert.

Die Warnung der Europäischen Zentralbank (EZB) vor Verzögerungen bei der Auszahlung des EU-Wiederaufbaufonds zur Bewältigung der Folgen der Coronapandemie hat die Anleger von italienischen Staatsanleihen am Freitag nervös gemacht. Eine Blockade wäre "eine wirtschaftliche Katastrophe für Europa", sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel in einem Interview. Die Regierung in Rom scheine aber entschlossen, die Wirtschaft notfalls mit Hilfe neuer Schulden anzukurbeln, sagte Analystin Annalisa Piazza vom Vermögensverwalter MFS. Medienberichten zufolge plant der italienische Ministerpräsident Mario Draghi die Aufnahme von bis zu 48 Milliarden Euro zusätzlich. Sein Land wurde besonders hart von der Pandemie getroffen. Vor diesem Hintergrund zogen sich Investoren aus den Staatsanleihen des Landes zurück. Das trieb die Rendite der zehnjährigen Titel von 0,668 auf 0,755 Prozent.

Am Devisenmarkt stabilisierte sich der Dollar zu anderen wichtigen Währungen. Entsprechend gab der Euro leicht auf 1,19 Dollar nach. Einerseits stütze die Aussicht auf eine rasche Normalisierung der US-Wirtschaft den Greenback, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Andererseits belaste die Ankündigung der US-Notenbank einer andauernden ultra-lockeren Geldpolitik.

Am Rohölmarkt sanken die Preise. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete mit 63,04 Dollar 0,3 Prozent weniger als am Vortag. Auch auf Wochensicht gaben die Notierungen nach. Am Markt wurde auf Aussagen aus Saudi-Arabien verwiesen. Das führende Opec-Land verteidigte den jüngsten Beschluss der in der Opec+ zusammengefassten Förderstaaten zur schrittweisen Ausweitung der Fördermenge. In der vergangenen Woche hatte die Opec+ nach monatelangem Festhalten an einem Förderlimit ihren Kurs für viele Experten überraschend geändert.

© SZ vom 10.04.2021 / SZ, Reuters
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