bedeckt München -2°

Anleihen, Devisen, Rohstoffe:Anleger meiden Italiens Anleihen

Aus Sorge vor einem politischen Chaos in Italien trennen sich viele Anleger von Staatstiteln des Landes. Dies treibt die Renditen in die Höhe. Derweil ist der Sinkflug des Euro vorerst gestoppt.

Wegen des drohenden Bruchs der italienischen Regierung haben sich viele Anleger aus den Anleihen des Landes zurückgezogen. Dies trieb am Dienstag die Renditen derzehnjährigen italienischen Staatsanleihen auf ein Sechs-Wochen-Hoch von 0,63 Prozent, nach 0,54 Prozent am Vortag. Mitten in der Corona-Krise steht die italienische Regierung vor der Zerreißprobe und das Land vor politischem Chaos. Einer der größten Streitpunkte ist die Vergabe der Corona-Wiederaufbauhilfen, die die EU Italien zugesichert hat. "Sollte Ex-Regierungschef Matteo Renzi nun seine Drohung wahr machen und Minister aus der Regierung abziehen, könnte das nicht nur in Italien, sondern in der gesamten Eurozone zu Kursverlusten führen", warnt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Am Devisenmarkt beendete derweil der Euro vorerst seinen jüngsten Abwärtstrend. Am späten Abend wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,2203 Dollar gehandelt und damit einen halben US-Cent höher als am Vortag. Seit Mitte der vergangenen Woche hat der Euro im Handel mit dem Dollar 1,5 Prozent an Wert verloren. Ursache war eine Stärke des Greenback, die den Euro im Gegenzug unter Druck setzte. Als eine Ursache für den Kursgewinn des Dollar galt der zuletzt vergleichsweise starke Anstieg der Renditen für amerikanische Staatsanleihen. Mittlerweile rentieren diese Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren mit 1,18 Prozent. Bei der zehnjährigen Bundesanleihe liegt die Rendite deutlich niedriger bei minus 0,50 Prozent.

Die Aussicht auf einen Rückgang der Rohölvorräte in den USA ließ die Ölpreise wieder steigen. Die Nordseesorte Brent verteuert sich um 1,6 Prozent auf 56,57 Dollar je Fass, während sich Öl der US-Sorte WTI um 1,3 Prozent auf 52,92 Dollar verteuerte. Die Sorgen der Investoren über steigende Coronavirus-Infektionen begrenzten den Anstieg etwas.

© SZ vom 13.01.2021 / cikr, Reuters, dpa
Zur SZ-Startseite