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Anleihen, Devisen, Rohöl:Italienische Renditen steigen

Die Beratungen über finanzielle Hilfen für das besonders von der Corona-Krise betroffene Italien werden vertagt. Daraufhin verkaufen Investoren Staatsanleihen des Landes.

Die Coronavirus-Krise hatte die Finanzmärkte auch am Mittwoch weiter fest im Griff. Hinzu kam, dass sich die Finanzminister der Euro-Zone nicht auf ein Corona-Hilfspaket haben einigen können. Nach stundenlangen nächtlichen Beratungen wurden die Verhandlungen über Hilfen für die von der Pandemie besonders hart getroffenen Länder abgebrochen und auf Donnerstag vertagt. Insbesondere für Italien, das europäische Epizentrum der Virus-Krise, wird die Lage dadurch sehr schwierig. Die Europäische Zentralbank (EZB) wolle nicht das gesamte Risiko tragen, indem sie einen Großteil italienischer Bonds aufkaufe, sagte Anlagestratege Jan von Gerich von der Nordea Bank. Vor diesem Hintergrund trennten sich die Anleger am Anleihenmarkt von Papieren des südeuropäischen Staates, das trieb im Gegenzug die Rendite der zehnjährigen italienischen Titel in der Spitze bis auf 1,748 (Vortag: 1,602)

Prozent. Gleichzeitig geriet der Euro unter Druck und verbilligte sich auf 1,0860 Dollar. Das Tageshoch der Gemeinschaftswährung hatte noch bei etwas mehr als 1,09 Dollar gelegen. Die Sorge um die Folgen der Corona-Epidemie für die Weltwirtschaft ließ viele Anleger zur Weltleitwährung Dollar greifen.

Am Ölmarkt hofften die Investorenweiter, dass sich die "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, bei ihrem Treffen an diesem Donnerstag auf eine deutliche Reduzierung der Fördermengen einigt. Sollten die USA mit der "Opec+" an einem Strang ziehen, könnte selbst eine relativ geringe Drosselung dem Ölpreis kräftigen Schub verleihen, prognostiziert Naeem Aslam, Chef-Analyst bei Ava-Trade. Schon die Hoffnung auf eine Kürzung der Fördermengen schlug sich in steigenden Preisen nieder. So kostete ein Fass Rohöl der Sorte Brent mit 33,67 Dollar 5,7 Prozent mehr. US-Öl WTI verteuerte sich sogar um 10,6 Prozent auf 26,18 Dollar.

© SZ vom 09.04.2020 / SZ, Reuters
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