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Angeschlagene EU-Staaten:Spanien bezahlt viel für Kredite

Die Renditen für spanische Staatsanleihen steigen weiter. Nachdem der Staat internationale Bankenhilfe beantragt hat und die Kreditwürdigkeit einiger Banken weiter herabgestuft wurde, muss Spanien nun noch höhere Zinsen für Kredite zahlen. Italien geht es ähnlich.

Gerade hatte Spanien europäische Hilfsgelder für seine angeschlagenen Banken beantragt, dann stufte die Ratingagentur Moody's auch noch einige spanische Kreditinstitute auf Ramschniveau herab. Die Krise hat das Land im Griff. Das zeigt sich auch an den stark erhöhten Zinsen, die der spanische Staat nun zahlen muss. Auch Italien kommt nur gegen hohe Zinsen an frisches Geld.

Für dreimonatige Staatsanleihen zahlt Spanien jetzt 2,4 Prozent. Das ist dreimal so viel wie noch im Mai. Die sechsmonatigen Schuldpapiere haben einen Zinsatz von 3,2 Prozent, fast doppelt so viel wie im Mai. Die erhöhten Zinsen sind ein Zeichen dafür, dass die Investoren Angst haben, Spanien könnte trotz internationaler Bankenhilfe zahlungsunfähig werden.

Wegen der hohen Rendite bleibt die Nachfrage nach spanischen Anleihen hoch. Spanien konnte sich daher mehr Geld leihen als zunächst gedacht. Der spanischen Zentralbank zufolge nahm das Land 3,1 Milliarden Euro an den Finanzmärkten auf. Insgesamt haben Investoren dem verschuldeten EU-Staat acht Milliarden Euro angeboten.

Italien hingegen hatte geplant, 4,0 Milliarden Euro aufzunehmen, erhielt aber mit 3,9 Milliarden Euro etwas weniger Kredit. Für die bis 2014 laufenden Anleihen muss das Land 4,7 Prozent Zinsen zahlen. Auf langfristige Anleihen entfallen oft höhere Zinsen, weil Kredite auf lange Zeit für die Investoren riskanter sind.

© Süddeutsche.de/dapd/dpa/sana/sibi/bbr

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