Altersvorsorge So optimieren Sie die Riester-Rente

Riester-Rentenverträge lassen sich optimieren, damit im Alter mehr übrig bleibt.

(Foto: dpa)

Viele Verträge sind zu teuer und bringen kaum Rendite. Aber es gibt einige Möglichkeiten, mehr aus der Riester-Rente herauszuholen.

Von Sara Zinnecker und Matthias Urbach, Finanztip

Der Ruf der Riester-Rentenverträge ist schlecht. Das liegt auch daran, dass manche Versicherer hohe Abschluss- und Verwaltungskosten genommen haben, was empfindlich auf die Rendite drückt. Manche Versicherte haben außerdem schon lange vor der aktuellen Negativzinspolitik der EZB einen Banksparplan gewählt. Andere haben einen Wohn-Riester, aber längst nicht mehr vor, auch eine Wohnung oder ein Haus zu bauen.

Aber ein Riester-Vertrag ist keine Entscheidung fürs Leben. Man kann jederzeit zu einem besseren Vertrag wechseln. Nur eines sollten Riester-Sparer niemals tun: ihren Vertrag kündigen. Denn dann verlieren sie alle Zulagen und Steuervorteile vom Staat. Es gibt einige sinnvollemMöglichkeiten:

1. Beiträge aussetzen oder umschichten

Wer mit seinem Vertrag nicht zufrieden ist, kann seine Einzahlungen pausieren, den Vertrag also "beitragsfrei stellen", wie das im Versicherungsdeutsch heißt. Und für die Zukunft einen neuen Riester-Vertrag abschließen.

Das bietet sich vor allem dann an, wenn der alte Vertrag hohe Vertriebskosten hatte und die Rendite noch immer negativ ist, der Sparer also Geld verloren hat. Der Trick dabei: Der Anbieter muss den Vertrag bis zur Auszahlung wieder auf plus/minus Null gebracht haben, denn der Staat verlangt eine Garantie der eingezahlten Beiträge. Und zwar inklusive aller Zulagen vom Staat. So kommt am Ende wenigstens etwas Rendite heraus.

Falls der Vertrag im Plus ist, kann man sein Geld auch herausnehmen, und es in einen anderen Riester-Vertrag einzahlen. Das Gute daran: Dadurch wird die gesamte Summe zum neuen Garantieguthaben, inklusive der Rendite. Allerdings müssen Sparer dafür bestimmte Bedingungen erfüllen. Nicht alle Anbieter nehmen jeden Riester-Sparer. Die Voraussetzungen sind von Anbieter zu Anbieter verschieden. Es können sogar zusätzliche Kosten für die Kapitalmitnahme anfallen.

2. Immobilie finanzieren

Wer baut oder kauft und dann selbst darin wohnt, der darf sein Riestervermögen immer komplett dafür einsetzen. Dazu muss es kein spezieller Wohnriester sein, das geht auch mit einem Bank- oder Fondssparplan. Deshalb gilt auch: Wer sich nicht mehr sicher ist, ob er wirklich eine Immobilie finanzieren will, aber noch einen Riester-Bausparvertrag besitzt, der kann ohne Sorgen den Vertrag wechseln.

3. Auf Fondsparpläne setzen

Auch wenn ein Vertrag nicht im Minus ist, gibt es viele Versionen, die auf Dauer enttäuschen können. Das gilt häufig für Banksparpläne oder für klassische Riester-Rentenversicherungen. Wer eine Chance auf mehr Rendite haben will, der kommt an einem Fondssparplan auf Aktien nicht vorbei. Ausnahmen sind fondsgebundene Rentenversicherungen: Diese setzen zwar auf Aktien, erzeugen jedoch meist hohe Kosten. Günstiger kann es werden, wenn der Anbieter erlaubt, teure gemanagte Aktienfonds gegen günstige ETFs auszutauschen. Es lohnt sich, danach zu fragen, oder in den Vertragsunterlagen nachzuschauen.

Wer zu einem Fondssparplan wechseln will, sollte unbedingt ein paar Bedingungen erfüllen: Man sollte mindestens 20 Jahre bis zur Rente haben, sonst ist das Risiko zu groß, dass man in einen Aktienabschwung gerät und die Riester-Anlage nicht mehr genug Zeit zur Erholung hat. Die meisten Anbieter setzen daher eine Mindestspardauer voraus. Keine Sorge: Auch wenn man in Aktien riestert, bleibt das eingezahlte Kapital samt Zulagen stets garantiert. Trotzdem ist es wichtig, einen Fondssparplan zu wählen, der nicht mit hohen Abschlusskosten oder hohen laufenden Kosten am Ende zu viel Rendite abschöpft. Die Experten von Finanztip empfehlen konkret zwei Fondssparplänen ohne Abschlusskosten.

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