Altersvorsorge Die Zahl der Riester-Verträge stagniert seit 2014

Die Deutschen haben 2017 satte 87 Milliarden Euro an Beiträgen für Lebensversicherungen gezahlt. Ein kleiner Teil davon dient dem Risikoschutz für Familien im Todesfall oder der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Beim weit überwiegenden Teil aber handelt es sich um Spareinlagen, mit denen die Kunden für die Zukunft vorsorgen wollen. Die Erträge fallen wegen der niedrigen Zinsen immer geringer aus - aber die Kostenbelastung bleibt hoch.

2017 zahlten die Versicherer 6,8 Milliarden Euro allein an Abschlusskosten, das sind vor allem Provisionen für Makler und Vertreter. Dazu kommen noch Verwaltungskosten und laufende Provisionen. Das alles zahlt immer der Kunde mit seinen Beiträgen oder mit geringeren Gewinnbeteiligungen.

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Einzelne Versicherer verkaufen sogar Riester-Verträge mit einer Abschlusskostenbelastung von sechs Prozent aller Beiträge, einschließlich der staatlichen Zuschüsse. Mit solchen Provisionssätzen wollen sich Anbieter die Makler und Vertriebsorganisationen gewogen halten. Wer einen derartigen Vertrag abschließt, muss mehr als 20 Jahre sparen, ehe er die Kosten verdient hat - von einer Rendite für sein Alter ganz zu schweigen.

Kein Wunder also, dass die Zahl der Riester-Verträge seit 2014 stagniert. Mitte 2017 waren es knapp 17 Millionen, 11 Millionen davon Versicherungsverträge. Die übrigen Riester-Sparer nutzen Investmentverträge, Wohnriester- und Banksparverträge. Doch gefördert vom Staat wurden nur 11 Millionen Personen - viele Riester-Sparer zahlen nicht mehr ein oder kapitulieren vor dem komplexen Zulagenverfahren.

Mit dem von ihnen selbst entwickelten Standardprodukt geben die Versicherer jetzt zu, dass sie bisher zu kompliziert und zu teuer sind. Allerdings: Verpflichtend soll es natürlich nicht werden, Kunden können weiter teure und renditeschwache Verträge kaufen - und dazu werden ihnen viele wortgewaltige Vermittler auch raten.

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