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Vermögenswirksame Leistungen:Sparen oder Tilgen

Bausparer oder Banksparplan: So lässt sich das VL-Geld auch anlegen. Manche nutzen die Mittel zur Hausrenovierung oder Tilgung eines Kredits.

Von Thomas Öchsner

Die meisten Sparer mit VL-Vertrag setzen trotz guter Ertragschancen von Aktienfonds immer noch auf andere klassische Sparvarianten. Ein Überblick, wie VL-Sparer noch ihr Geld anlegen können:

Bausparvertrag: Dabei handelt sich um einen Mix aus einem Sparplan und einem Kredit zur Finanzierung oder Modernisierung einer Immobilie. Der Bausparvertrag kommt deshalb vor allem dann infrage, wenn man eigene vier Wände hat und Geld für eine spätere Renovierung ansparen will. Oder wenn man in absehbarer Zeit eine Immobilie kaufen oder bauen möchte. Dann kann ein Darlehen der Bausparkasse die Finanzierung des geplanten Projekts zumindest erleichtern, zumal sich der Sparer die heutigen günstigen Kreditzinsen für das spätere Darlehen sichern kann. Das Darlehen der Bausparkasse später in Anspruch zu nehmen, lohnt sich besonders, wenn die Zinsen seit Beginn der Einzahlungsphase gestiegen sind oder sonst ein Darlehen schwer zu beschaffen ist. Liegt der Bausparer mit seinem zu versteuernden Jahreseinkommen unter den Höchstgrenzen (Single: 17 900, Verheiratete: 35 800 Euro), zahlt der Staat neun Prozent auf die Sparleistung, also maximal 43 Euro im Jahr. Obendrauf kann es die Wohnungsbauprämie von maximal rund 45 Euro jährlich geben, wenn der Sparer zusätzlich zu den mit der Arbeitnehmersparzulage geförderten Beträgen jährlich 512 Euro in den Vertrag einzahlt. Die staatliche Prämie von 8,8 Prozent auf die Sparbeträge gibt es jedoch nur, wenn das zu versteuernde Einkommen von Ledigen nicht 25 600 Euro (Verheiratete: 51 200) übersteigt.

Baukredit abzahlen: Auch das geht mit VL. Bei Bausparkassen lassen sich nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) die monatlichen Tilgungen problemlos um VL aufstocken. Bei Banken und Sparkassen kann es schwieriger werden. "Wenn kein Recht auf Sondertilgung explizit vereinbart ist, weigern sich Kreditinstitute oft, nachträglich eine höhere Tilgung zu vereinbaren. Wenn das Kreditinstitut zustimmt, überweist der Arbeitgeber die VL direkt auf das Darlehenskonto", sagt Finanzexpertin Stephanie Heise von der VZ NRW. Arbeitnehmer, die eine Finanzierung planen, sollten die ergänzende Tilgung des Darlehens mit VL mit ihrer Bank vereinbaren. Schulden schneller abzubezahlen ist in der Regel attraktiver, als Geld zu Minizinsen anzulegen.

Banksparplan: Für seine VL einen solchen Ratensparvertrag abzuschließen, hat zwei Nachteile: Die gezahlten Zinsen sind derzeit extrem niedrig. Außerdem haben Sparer mit einem solchen VL-Vertrag keinen Anspruch auf staatliche Zulagen. Banksparpläne könnten aber trotzdem nützlich sein, zum Beispiel für Arbeitnehmer, die nur 6,65 Euro pro Monat vom Arbeitgeber bekommen und nichts selbst für die VL ausgeben wollen, sagt Expertin Heise. "Denn mit diesem Betrag bekommen sie keinen Fondssparplan oder Bausparvertrag hin." Sinnvoll könne dies auch für sicherheitsbewusste Menschen sein, die ohnehin keine Zulage bekommen. Leider würden viele Institute solche Verträge aber gar nicht anbieten. Die Renditen der Verträge sind meist höher als bei Tages- und Festgeld. Die ING Diba zahlt zum Beispiel VL-Sparern ein Prozent Festzinsen.

Grundsätzlich sollten Arbeitnehmer genau prüfen, ob sie mit ihrem Einkommen wirklich über den Höchstgrenzen für die staatliche Förderung liegen. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen, das sich erst nach Abzug von Werbungskosten, bestimmten Freibeträgen oder etwa Sonderausgaben ergibt.

© SZ vom 06.02.2018
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