Alphabet:Umsatz wächst,  Gewinn sinkt

Alphabet: Die Roboterwagen-Firma Waymo, die zu Alphabet gehört, verschlingt nach wie vor viel Geld und setzt wenig Erlöse.

Die Roboterwagen-Firma Waymo, die zu Alphabet gehört, verschlingt nach wie vor viel Geld und setzt wenig Erlöse.

(Foto: Eric Risberg/AP)

Der Google-Mutterkonzern enttäuscht die Anleger. Die Finanzzahlen entsprachen nicht den Erwartungen. Außerdem gab es Spekulationen über den Kauf des Fitnessband-Pioniers Fitbit.

Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat im vergangenen Quartal sein Geschäft deutlich ausgebaut, aber wegen steigender Kosten weniger verdient. Der Alphabet-Umsatz stieg im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 40,5 Milliarden Dollar, während der Gewinn von 9,2 auf knapp 7,1 Milliarden Dollar zurückging.

Vor einem Jahr hatten allerdings positive Effekte der US-Steuerreform den Überschuss hochgetrieben. Zugleich lasteten jetzt Bewertungsverluste bei Investitionen in andere Firmen auf dem Ergebnis. Alphabet nannte dazu aber keine Details. Außerdem drückten auch Investitionen in den Ausbau des Cloud-Geschäfts den Gewinn. Nach wie vor war es mit einem Umsatz von knapp 34 Milliarden Dollar (plus 17 Prozent) vor allem das Werbegeschäft von Google, das bei Alphabet das Geld reinholt.

Andere Google-Erlöse - dazu gehört zum Beispiel das Geschäft mit den Pixel-Smartphones oder vernetzten Lautsprechern - wuchsen zugleich im Jahresvergleich um mehr als 38 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar. Die anderen Alphabet-Bereiche wie zum Beispiel die Roboterwagen-Firma Waymo oder das Lieferdrohnen-Projekt Wing verschlingen nach wie vor viel Geld bei schmalen Umsätzen. So legten ihre gesammelten Erlöse von 146 auf 155 Millionen Dollar zu.

Google will in dem Markt zu Amazon und Microsoft aufschließen

Der operative Verlust weitete sich unterdessen von 727 auf 941 Millionen Dollar aus. Das weiterhin robuste Wachstum der Werbeerlöse dürfte zugleich die Kartellwächter in Washington sowie die Staatsanwälte von 50 US-Bundesstaaten interessiert haben, die jüngst Wettbewerbsermittlungen gegen den Internet-Konzern angestoßen haben. Sie prüfen unter anderem, ob der Marktführer einen unfairen Vorteil gegen kleinere Rivalen erlangte.

Die Mitarbeiterzahl steigerte Alphabet binnen drei Monaten von etwa 107 600 auf gut 114 000. Die meisten Neuzugänge habe es im Cloud-Geschäft gegeben, erklärte Finanzchefin Ruth Porat. Google will in dem Markt zu Amazon und Microsoft aufschließen.

Kurz vor der Zahlenvorlage sorgte auch ein Bericht über Übernahmepläne von Alphabet für Aufsehen. Die Google-Mutter wolle den Fitnessband-Pionier Fitbit kaufen, berichtete unter anderem der US-Fernsehsender CNBC. Angaben zum Preis gab es zunächst nicht.

Das Geschäft von Fitbit lief zuletzt holperig. Im Markt der Computer-Uhren kann die Firma aus San Francisco nicht mit der Apple Watch mithalten. Bei günstigen Fitness-Bändern, die etwa Schritte und verbrauchte Kalorien zählen, graben dem Branchenpionier chinesische Rivalen wie Xiaomi das Wasser ab. Im zweiten Quartal verbuchte Fitbit einen Verlust von knapp 36 Millionen Dollar bei Umsätzen von 313,6 Millionen Dollar.

Google entwickelt das speziell auf Computer-Uhren ausgerichtete Betriebssystem Wear OS. Es ist vom Android-System abgeleitet, das den Smartphone-Markt dominiert. Bei Computer-Uhren konnte das Android-Lager aber bisher nicht die Apple Watch einholen, obwohl Geräte verschiedener Hersteller seit einiger Zeit auf dem Markt sind.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB