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Allianz:Kündigung für Kreditkarten-Kunden

Die Allianz stellt ihre Kreditkarte "Pay & Protect" zum 15. September 2020 ein. Partner ist die Wirecard-Bank.

Von Herbert Fromme, Köln

Die Allianz beendet ihren Ausflug in die Welt der Kreditkarten nach nur einem Jahr. Der Versicherer kündigte am Mittwoch allen Kunden, die seine virtuelle Visa-Karte "Allianz Pay & Protect" nutzen, zum 15. September 2020. Auch die Wirecard-Bank, mit der die Allianz zusammenarbeitet, schickte Kündigungsmails.

Damit reagiert der Versicherungsriese auf den Wirecard-Zusammenbruch. Allerdings plant die Allianz nicht, zu einem anderen Bank-Partner zu wechseln - eigentlich arbeitet sie eng mit der Commerzbank zusammen. So ein Wechsel "wäre nicht kurzfristig und voraussichtlich nicht unterbrechungsfrei möglich gewesen", sagte ein Sprecher. Jetzt will der Versicherer erst einmal prüfen, ob ein ähnliches Angebot für die Kunden relevant ist. Die Zahl der Nutzer der Kreditkarte wollte er nicht nennen.

Die Allianz hatte die Kreditkarte im August 2019 auf den Markt gebracht, um die Kundenbindung zu stärken. Mit der virtuellen Karte können Kunden online und per Apple Pay zahlen - auch wenn sie bei einer Bank sind, die das Zahlen per Handy nicht unterstützt. Die Allianz verknüpft die Kreditkarte mit einer Versicherung und einer Ausgabenanalyse, auf deren Basis sie eigentlich Versicherungen anbieten wollte. Alle großen Gesellschaften versuchen, sich vom Versicherer zum Lebensbegleiter gerade in finanziellen Dingen und in Risikofragen zu wandeln. Dabei spielte das Projekt für die Allianz eine wichtige Rolle. Dass sie es einstellen muss, ist ein deutlicher Rückschlag.

© SZ vom 16.07.2020

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