Süddeutsche Zeitung

Allianz:Aufholjagd bei Kfz-Policen

Der Konzern will bei Kfz-Policen wieder Nummer eins werden. Vor neun Jahren verlor der Konzern die Marktführung an die HUK-Coburg.

Deutschlands größter Versicherer Allianz strengt sich mächtig an, um auch in der Autoversicherung wieder die Nummer eins zu werden. Hier hat der Münchner Konzern die Marktführerschaft vor neun Jahren an die HUK-Coburg verloren und sich seither schwergetan, den Marktanteil wieder auszubauen. Doch 2018 gibt dem selbstbewussten Unternehmen Hoffnung. "Wir hatten in der Autoversicherung für private Kunden das beste Jahr in unserer Geschichte", sagte Joachim Müller, Vorstand der Allianz Deutschland. Die Allianz konnte die Zahl der versicherten Fahrzeuge um 126 000 steigern und versichert jetzt 8,6 Millionen.

Allerdings legte Rivale HUK-Coburg 2018 um 400 000 Fahrzeuge auf zwölf Millionen Stück zu. Dennoch ist Müller sehr hoffnungsvoll. Seit Januar gehören der Allianz die 51 Prozent an der ADAC Autoversicherung, die bis dahin Zurich hielt. Der ADAC hatte die Partnerschaft neu ausgeschrieben, die Allianz hatte gewonnen. Das bringt ab 2019 mindestens 650 000 Fahrzeuge mehr in den Bestand.

Außerdem wird die Allianz ab Mai 2019 ihren Telematik-Tarif für alle Altersgruppen öffnen. Bislang können nur Kunden unter 29 Jahren den Tarif abschließen, der bei besonders vorsichtiger Fahrweise und geringer Kilometerzahl Nachlässe bis 30 Prozent bietet. Mit der Öffnung greift die Allianz über den Preis an. Bislang hat sie 90 000 Verträge mit dem Bonus verkauft, das dürften bald sehr viel mehr werden.

Für den Konkurrenzkampf bedeutend sein könnte auch der neue europäische Direktversicherer, den die Konzernobergesellschaft Allianz SE gerade baut. Mit einheitlicher Software für mindestens vier große europäische Märkte, niedrigen Kosten und Auswertung der gemeinsamen Schadenerfahrung will die Allianz punkten. Als Schritt auf diesem Weg hat die Allianz Deutschland ihren Direktversicherer Allsecur gerade an die Allianz SE verkauft. Welche Rolle er bei der Holding spielen soll, hat die Allianz bislang nicht erklärt.

Müller ist nicht allein mit seinem Selbstbewusstsein. Die Führung der Allianz Deutschland unter Chef Klaus-Peter Röhler ist davon überzeugt, dass ihre Strategie aufgeht, durch Vereinfachungen, Skaleneffekte und die Zusammenarbeit mit ausländischen Schwesterfirmen Kostensenkungen und Serviceverbesserungen zu erreichen. Die Prämieneinnahmen seien 2018 um 5,5 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro gestiegen.

Bestens informiert mit SZ Plus – 14 Tage kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4377720
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 22.03.2019 / hfr
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.