Einzelhandel:Aldi Nord baut Filialen um - schon wieder

Aldi Nord - Der neue älteste Aldi Markt

Hygienehandschuh vor einem langen Gang: Das neue Konzept verbannt quer ausgerichtete Regale.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Der Discounter hat in den vergangenen Jahren viele Märkte modernisiert. Nun justiert das Unternehmen nach. Auch das Sortiment wird verändert.

Von Benedikt Müller-Arnold, Essen

Der Discounter Aldi Nord will seine Filialen erneut umbauen - zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Jahren. Den Anfang macht ein Markt in Essen, den Aldi an diesem Donnerstag eröffnen will. "Bis Herbst 2021 wollen wir dieses Konzept in allen gut 2200 Filialen ausrollen", sagt Reinhard Giese, Geschäftsführer der Aldi-Regionalgesellschaft Herten, zu der beträchtliche Teile des Ruhrgebiets gehören.

Die Essener entwickeln damit ihr sogenanntes Aldi Nord Instore Konzept, genannt Aniko, weiter, ein fünf Milliarden Euro schweres Modernisierungsprogramm, das sie 2017 angekündigt und "mittlerweile nahezu komplett ausgerollt haben", so Giese. Sie reagierten damals auf den scharfen Wettbewerb und bauten viele renovierungsbedürftige Filialen um.

"Der Umsetzungsaufwand ist diesmal längst nicht so hoch wie beim Projekt Aniko", sagt Giese. "Die Filialen werden für diese Weiterentwicklung weniger als einen Tag lang schließen." Man reagiere diesmal auf die Analyse eigener Kennzahlen, aber auch das Feedback von Beschäftigten und Kunden.

Beispielsweise sieht das neue Konzept keine quer ausgerichteten Regale mehr vor. Stattdessen will Aldi Nord künftig alle Regale wieder nur in Längsrichtung aufstellen. Zudem will der Discounter fortan klarer trennen zwischen fest definierten Aktionsflächen mit Sonderangeboten und dem Standard-Sortiment.

Zu viel gewollt: Künftig gibt es nur noch 1700 verschiedene Artikel im Sortiment

Aldi hatte das Warenangebot in den vergangenen Jahren ausgeweitet, unter anderem mehr Markenartikel ins Sortiment aufgenommen. Hier sieht das Unternehmen nun eine Grenze überschritten. Man habe eine Zielgröße von 1700 verschiedenen Artikeln eingezogen, sagt Giese. "Derzeit liegen wir noch leicht über dieser Zahl."

Mit der neuen Filiale in Essen-Schonnebeck geht zugleich die Geschichte der allerersten Verkaufsstelle zu Ende, die Karl Albrecht im Jahr 1913 etwa 200 Meter entfernt als "Handel mit Backwaren" gegründet hatte. Aldi schloss das Stammhaus kürzlich endgültig, das Gebäude soll freilich auch künftig dem Unternehmen gehören.

"Es schwingt ein bisschen Wehmut mit, dass wir die allererste Verkaufsstelle von Aldi nicht an Ort und Stelle weiterbetreiben können", gesteht Giese. Doch die Ur-Filiale war mit nur gut 500 Quadratmetern zu klein geworden. Der neue Markt liegt mit gut 1260 Quadratmetern Verkaufsfläche nun in der Größenordnung eines durchschnittlichen Edeka-Supermarkts.

© SZ
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