Aktienmärkte Dax leidet unter Ölpreis-Rutsch

Wie gewonnen so zerronnen. Eigentlich begann der Dax die Woche mit Gewinnen, bis die Preise für Rohöl erneut ins Rutschen kamen.

Der anhaltende Verfall des Ölpreises hat am Montag erneut für Unruhe unter den europäischen Aktienanlegern gesorgt. Der Dax konnte daher seine Anfangsgewinne nicht halten und büßte bis zum Handelsschluss 1,9 Prozent auf 10 139 Punkte ein. Daneben richteten Anleger ihre Blick auf die USA, wo die Notenbank Fed am Mittwoch voraussichtlich zum ersten Mal seit fast zehn Jahren die Zinsen wieder anheben wird.

Unter den Einzelwerten standen vor allem Aktien der europäischen Windturbinenbauer im Fokus. Nach dem Pariser Klimaabkommen legten Nordex im TecDax in der Spitze um 5,4 Prozent zu. Vestas Wind und Gamesa gewannen zeitweise um 3,1 und 2,5 Prozent. Auch die Aktien des Solartechnikkonzerns SMA Solar zählten zu den Gewinnern im Index. Der am Samstag verabschiedete Vertrag soll die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius begrenzen und auf lange Sicht den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen einläuten. Anleger sehen Aktien aus dem Bereich der erneuerbaren Energien als mögliche Profiteure des Klimaabkommens. Ölförderer warfen Investoren dagegen aus ihren Depots. BP, Shell, Total, Eni, Repsol und OMV rutschten um bis zu 4,2 Prozent ab.

Im Dax büßten RWE-Aktien 4,3 Prozent ein, Eon gaben vier Prozent nach. Aktien von Vonovia zählten mit einem Minus von 2,7 Prozent zu den größten Verlierern bei den Standardwerten. Die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen hat sich offiziell gegen eine Übernahme durch Vonovia ausgesprochen. Der Vorstand und der Aufsichtsrat des Unternehmens empfahlen den Aktionären, das Angebot von Vonovia nicht anzunehmen, da ihrer Ansicht nach die Höhe der Offerte unangemessen ist. Bei Klöckner & Co wurde mit 4,2 Prozent Abschlag ein erneuter Abwärtsschub im Sog der schwachen Rohstoffwerte eingeläutet. Die US-Börsen schlossen etwas fester. Der Dow Jones gewann 0,6 Prozent auf 17 369 Punkte.

Verkauft wurden die Aktien von DuPont und Dow Chemical. Die beiden Konzerne hatten am Freitag bekanntgegeben, in der größten Chemiefusion aller Zeiten einen neuen Branchengiganten zu schmieden. DuPont verbilligten sich um 3,6 Prozent, Dow Chemical fielen um 3,9 Prozent. Apple-Aktien litten unter einem negativen Analystenkommentar und verloren 0,6 Prozent.

Gefragt waren dagegen die Aktien von Trina Solar mit einem Plus von mehr als elf Prozent. Eine Investorengruppe will das Energie-Unternehmen kaufen und anschließend von der Börse nehmen.