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Aktienmärkte:Dax im Minus

Eine überraschend positive Unternehmensstimmung in der Eurozone stützt den Dax am Freitag nur zeitweise. Negative US-Börsen ziehen den deutschen Leitindex nach unten. Allianz-Aktien bei Anlegern gefragt.

Schwache Wirtschaftsdaten aus den USA haben am Freitag die Anleger am deutschen Aktienmarkt verschreckt. Auch wächst die Skepsis über die chinesische Statistik zu den Coronavirus-Infektionen. Der Dax verlor nach einem über weite Strecken stabilen Tagesverlauf 0,6 Prozent auf 13 579 Punkte. Zuvor hatten überraschend positive europäische Konjunkturdaten den Dax gestützt. Das Barometer für die Stimmung der europäischen Einkaufsmanager stieg im Februar überraschend an. Gleiches galt für den Index des seit längerem schwächelnden verarbeitenden Gewerbes in Deutschland. "Trotz unterbrochener Lieferketten zeigte sich die deutsche Industrie optimistischer als im Vormonat", sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Das sei angesichts der schwierigen Situation in Asien erstaunlich.

Im Dax präsentierten sich die Papiere des Versicherers Allianz als Favorit mit einem Kursplus von 1,2 Prozent. Der operative Quartalsgewinn sei höher ausgefallen als vorhergesagt, schrieb Analyst Andreas Schäfer vom Bankhaus Lampe. Die geplante Dividenden-Anhebung, die Solvenz-Quote und der Aktienrückkauf deckten sich mit den Erwartungen oder lägen leicht darüber. Ein Börsianer monierte allerdings den enttäuschenden Ausblick für 2020. Die Aktien von MTU Aero Engines weiteten ihre Vortagesverluste aus und fielen um 1,9 Prozent. Der Triebwerksbauer hatte am Vortag mit seinen Quartalszahlen und Konzernprognosen enttäuscht.

Noch deutlicher setzten im S-Dax kritische Analystenkommentare mit Abstufungen und Kurszielsenkungen den Aktien von Krones zu. Mit einem Minus von mehr als neun Prozent standen die Papiere des Getränkeabfüllanlagen-Herstellers am Index-Ende. Nachdem die Aktien des frisch in den S-Dax aufgenommenen Lasersystem-Herstellers LPKF Laser bereits mehr als 13 Prozent im Minus gelegen hatten, kletterten sie zuletzt um 4,3 Prozent nach oben. Investoren ließen sich trotz einer Verlustwarnung letztendlich von den längerfristigen Wachstumszielen locken.

Schwach ausgefallene Stimmungsindikatoren für das verarbeitende Gewerbe in den USA trübten die Stimmung an der Wall Street. Der Dow Jones schloss 0,8 Prozent im Minus. In der Hoffnung auf einen raschen Zusammenschluss mit T-Mobile stiegen Anleger bei Sprint ein. Die Aktien des US-Mobilfunkers stiegen um sechs Prozent.

© SZ vom 22.02.2020 / rih, Reuters, dpa
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