Aktienmärkte Dax bleibt auf Erholungskurs

Die Hoffnung auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China hält den Dax im Plus.

Die nachlassende Furcht vor einem ausgewachsenen Handelskrieg zwischen den USA und China hat dem Dax am Freitag Auftrieb verliehen. Der deutsche Leitindex schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 12 124 Punkte. Hintergrund sind Pläne für neue Gespräche zwischen beiden Seiten. "Anleger blicken hoffnungsvoll auf die Verhandlungen, obwohl US-Präsident Donald Trump Wasser in den Wein gießt, indem er die Erfolgsaussichten herunterspielt", sagte Mike van Dulken, Chef-Analyst des Brokerhauses Accendo Markets. Trump betonte vor der geplanten neuen Gesprächsrunde zur Beilegung des Zollstreits: "Wir stehen unter keinem Druck, einen Deal mit China zu machen."

Chipwerte waren unter Anlegern nach der Präsentation des neuen iPhones von Apple erneut gefragt. Im Dax belegten Infineon-Papiere mit einem Plus von mehr als zwei Prozent einen der vordersten Plätze. Die Titel des Waver-Herstellers Siltronic zählten mit plus 4,1 Prozent zu den Favoriten im Tec-Dax. Günstigere Einstiegskurse machten sich die Anleger bei Bayer zunutze, die Papiere legten um 2,4 Prozent zu. Die Aktien des Pharma- und Agrarchemiekonzerns hatten in den vergangenen Wochen hohe Kursverluste verzeichnet und waren in dieser Woche erstmals seit Anfang 2013 unter die Marke von 70 Euro gefallen. Belastet wurde der Kurs durch ein für den Konzern ungünstiges Urteil im Prozess um den Unkrautvernichter Glyphosat und den durchwachsenen Jahresausblick.

Der geplante Verkauf der Supermarkt-Tochter Real durch den Handelskonzern Metro kam bei vielen Investoren zunächst gut an. Börsianer sprachen von einer korrekten strategischen Entscheidung. Der Verkauf verringere die Risiken für den Konzern. Anfängliche Gewinne von bis zu vier Prozent schmolzen jedoch dahin, und die Metro-Aktie notierte zuletzt 1,5 Prozent im Minus.

Die Aktien des baldigen Dax-Aufsteigers Wirecard legten im Tec-Dax um 4,5 Prozent zu. Die Experten der US-Bank Goldman Sachs hoben ihr Kursziel wegen der nach wie vor günstigen Wachstumsaussichten für den Zahlungsabwickler um 50 Euro auf 250 Euro an. Aktuell kostet das Papier 188,70 Euro.

Wiederaufkeimende Sorgen vor einem Handelskrieg bremsten am Abend die US-Börsen. Der Dow Jones ging fast unverändert auf dem Handel. Adobe-Aktien verteuerten sich um 2,3 Prozent. Der Softwarekonzern hatte im dritten Quartal Gewinn und Umsatz unerwartet deutlich gesteigert.