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Aktienmärkte:Dax am Hexensabbat im Minus

Die Anleger machen nach den jüngsten Rekordständen Kasse. Der Dax gibt am großen Verfallstag, dem sogenannten Hexensabbat, deutlich nach. Zudem verschreckt ein US-Notenbanker die Investoren.

Europas Anleger haben am Freitag Risiken gescheut und sich von Aktien getrennt. Für Unruhe sorgte der große Verfall: Am so genannten Hexensabbat schwanken die Aktienkurse oft stärker, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen. Gewinnmitnahmen prägten nach den jüngsten Rekordständen das Marktgeschehen, schrieb Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Zudem verschreckte James Bullard, ein führender US-Notenbanker, die Anleger mit seiner Forderung nach einer Zinswende bereits im kommenden Jahr. Der Dax verlor 1,8 Prozent auf 15 448 Punkte. Am Dax-Ende büßten die Papiere des Konsumgüterkonzerns Henkel 5,5 Prozent ein und knüpften damit an ihren jüngsten Abwärtstrend an. Auto-Werte zählten ebenfalls zu den größten Verlierern. BMW, Volkswagen und Daimler gaben zwischen 2,5 und drei Prozent ab. Im M-Dax ging es für die Anteile von Brenntag um 1,3 Prozent nach oben. Der Chemikalienhändler rechnet für das laufende Jahr mit mehr Gewinn als bisher. Analyst Markus Mayer von der Baader Helvea Bank geht allerdings davon aus, dass das besser als erwartet ausgefallene Quartalsergebnis wie auch die Anhebung der Prognose bereits zum größten Teil im Aktienkurs berücksichtigt sein dürften. Die Titel haben in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 60 Prozent zugelegt. Nach anfänglichen Gewinnen ging es für die Lufthansa-Aktie um 0,9 Prozent nach unten. Die Fluggesellschaft will die staatliche Milliardenhilfe aus der Corona-Krise noch vor der Bundestagswahl im September zurückzahlen. Die Europäische Union gab zudem bekannt, die Reiserestriktionen für US-Bürger aufzuheben, was das Geschäft auf den enorm wichtigen Strecken über dem Nordatlantik für die Lufthansa zurückbringen dürfte.

Nachdem enttäuschende Testergebnisse des Coronavirus-Impfstoffkandidaten den Aktien der Biotechfirma Curevac am Vortag einen Verlust von 44 Prozent eingebrockt hatten, entspannte sich die Lage wieder etwas. Die Papiere stiegen um gut 20 Prozent.

Die US-Börsen verzeichneten ebenfalls Kursverluste. Auch die Börsen an der Wall Street rutschten ins Minus. Der Dow Jones notierte zur Handelsmitte 1,4 Prozent tiefer.

© SZ vom 19.06.2021 / rih, Reuters, dpa
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