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Aktienmärkte:Auto-Werte unter Druck

Der Dax gibt am Montag nach einer bislang sechswöchigen Rally nach. Anleger zweifeln an einer baldigen Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA.

Zweifel an einer baldigen Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China haben Europas Börsen zum Wochenstart ausgebremst. Der Dax ging mit einem Abschlag von 0,3 Prozent auf 13 207 Punkten aus dem Handel. Am Markt wurden die jüngsten Signale von dem Konflikt unterschiedlich bewertet. Der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge gab es zuletzt "konstruktive" Verhandlungen zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften. "Das klingt vielversprechend", sagte Anlagestratege Marshall Gittler vom Vermögensberater ACLS. Aber China habe den Abbau von Strafzöllen zur Bedingung für ein Abkommen gemacht und es sei unklar, ob US-Präsident Donald Trump dem zustimmen werde.

Wegen einer gesenkten Wachstumsprognose bis 2020 fielen die Aktien von Volkswagen als schwächster Dax-Wert um 4,6 Prozent. Zudem machten drohende US-Strafzölle auf europäische Autos die Anleger nervös. Die Tatsache, dass US-Präsident Donald Trump bislang keine Entscheidung zu diesem Thema getroffen habe, schwebe wie ein Damokles-Schwert über dem Sektor, sagte Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets. Aktien von BMW und Daimler notierten 1,8 beziehungsweise 0,9 Prozent tiefer. Die Titel des Zulieferers Continental gaben 1,5 Prozent nach. Der Gegenwind für den geplanten Mietendeckel in Berlin stützte die Aktien des Immobilienunternehmens Deutsche Wohnen, die um 3,3 Prozent zulegten. Berichten vom Wochenende zufolge erklärte das Bundesinnenministerium, der Mietendeckel in der Hauptstadt sei verfassungswidrig. Die rot-rot-grüne Koalition in Berlin will die Mieten per Gesetz begrenzen. Ein Erfolg in einer Arzneimittelstudie begeisterte die Anleger von Morphosys. Die Aktie des Biotechunternehmens verteuerte sich um 7,5 Prozent und war damit einer der Top-Favoriten im M-Dax. Ein Antikörper gegen Blutkrebs hat einen wichtigen Zwischenschritt bestanden. Spekulationen auf ein Bieterrennen bei dem spanischen Börsenbetreiber BME trieb den Aktienkurs in Madrid um 38 Prozent auf 35 Euro in die Höhe. Die Schweizer Börse SIX bietet 34 Euro je BME-Aktie. Zugleich ist auch die Mehrländerbörse Euronext an der Madrider Börse interessiert. An der Wall Street schloss der Dow Jones etwas höher auf einem Rekordhoch von 28 036 Zählern.

© SZ vom 19.11.2019 / rih, Reuters, dpa
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