Aktienmärkte 1&1 Drillisch gefragt

Das Ende der 5G-Auktionen verhilft der Aktie des neuen Netzbetreibers zu einem Höhenflug . Zwar waren die Frequenzen teurer als erwartet, doch die Anleger sind vor allem erleichtert über das Ende der Unsicherheit.

In der Hoffnung auf einen Schub für die Weltwirtschaft durch US-Zinssenkungen haben sich Anleger am Donnerstag mit Aktien eingedeckt. Der Dax legte etwa 0,4 Prozent auf 12 169 Punkte zu. Angesichts der jüngsten Schelte von US-Präsident Donald Trump gegen die Notenbank Fed dämpfte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke allerdings Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung. Fed-Chef Jerome Powell und seine Kollegen würden, so lange es ginge, vermeiden wollen, den Zins zu senken, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Notenbank knicke vor Trumps Kritik ein.

Am deutschen Aktienmarkt sorgten nach dem Ende der Versteigerung der 5G-Mobilfunk-Frequenzen die M-Dax-Titel von 1&1 Drillisch mit einer Wertsteigerung von zeitweise mehr als 16 Prozent für Furore. Bis zum Handelsschluss schrumpfte das Kursplus auf 0,4 Prozent zusammen. Das Unternehmen habe bei der Auktion des Bundes ausreichend Frequenzen erworben, um zu einem Netzbetreiber aufzusteigen, schrieb Analyst Simon Bentlage vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Damit habe es die Chance, am künftigen Wachstum der Branche teilzuhaben. Die Aktien des Neulings im Frequenzmarkt hatten unter der Auktion besonders gelitten. Die Titel der Drillisch-Mutter United Internet gewannen 1,4 Prozent. Während die Deutsche Telekom ihre anfänglichen Gewinne wieder einbüßen musste, stiegen die Papiere von Telefónica Deutschland um 1,4 Prozent. Anleger seien erleichtert, dass die 5G-Auktion endlich abgeschlossen sei, auch wenn die Konzerne mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro mehr zahlen mussten als gedacht, sagte ein Börsianer. Titel von Aurubis sackten im Nebenwerteindex M-Dax um acht Prozent ab, auf den tiefsten Stand seit Herbst 2014. Der Metallkonzern hat seinen Chef kurz vor dem geplanten Weggang freigestellt. Außerdem hat das Unternehmen ein großes Investitionsprojekt abgesagt. An der Wall Street stand der amerikanische Leitindex Dow Jones zum Handelsschluss 0,4 Prozent höher bei 26 107 Punkten. Auftrieb gebe es von Kursgewinnen der Ölkonzerne, die von einem Preissprung bei Rohöl profitierten, sagte Scott Brown, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Raymond James. Der ungelöste Zollkonflikt mit China verhindere aber größere Kursgewinne.