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Aktienkurse:Die Börsen zittern - na und?

Börse in Frankfurt/Main

Sinkende Kurse verunsichern viele Anleger. Doch wer seine Aktien viele Jahre behält, steigert statistisch gesehen seine Gewinnchancen.

(Foto: picture alliance / dpa)
  • An den Börsen gab es in den vergangenen Tagen teils heftige Verluste. Viele Anleger werden in solchen Zeiten nervös und denken ans Verkaufen.
  • Statistisch gesehen ist es aber häufig sinnvoller, Aktien zu behalten. Wer längerfristig investiert, steigert die Wahrscheinlichkeit auf eine gute Rendite.

Muss ich jetzt meine Aktien verkaufen? Anleger haben sich monatelang über steigende Kurse gefreut, doch diese Woche ging es bergab, zeitweise auch relativ heftig. Die kleine SZ-Datenanalyse zeigt jedoch: Wenn Anleger jahrelang durchhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit, mit Gewinn aus der Sache herauszugehen - und das Risiko von Verlusten sinkt.

Der Zufallsgenerator hat 100 willkürliche Termine der Vergangenheit ausgewählt und in den Dax investiert. Der Dax ist der deutsche Leitindex mit den 30 größten Aktiengesellschaften, die an den Finanzmärkten gehandelt werden. Es gibt ihn seit 1988. Um mehr historische Auf- und Abschwünge vergleichen zu können, sind frühere Zahlen eine nachträgliche, analoge Berechnung aus historischen Daten. Dadurch gehen die Einstiegsdaten für den Zufallsinvestor potenziell zurück bis Oktober 1959.

Die Grafik zeigt, wie sich die Rendite dieser 100 zufälligen Investments entwickelt, und das Muster ist eindeutig: Kurzfristig schwanken die Kurse stark. Wer längerfristig investiert, steigert die Wahrscheinlichkeit auf eine gute Rendite. Deswegen ist es empfehlenswert, nur das Geld in Aktien, Fonds oder ETFs zu investieren, das Anleger in den nächsten Jahren sicher nicht brauchen.

Wer plötzlich ein Kind bekommt, ein Haus behindertengerecht umbauen oder aus anderem Grund ans Ersparte muss, erleidet mitunter Verluste. Garantien gibt es keine. Nur wer beim Ausstieg aus den Aktieninvestments flexibel ist, kann noch ein paar Jahre auf die nächsten Rekordkurse warten, um dann zu verkaufen. Viele Anleger wissen das, trotzdem gibt es immer noch relativ wenige Aktienbesitzer in Deutschland: Das Deutsche Aktieninstitut zählt nur neun Millionen.

Die aufgeführte Rendite beinhaltet für Fälle seit 1988 auch Dividenden, also den Teil der Konzerngewinne, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Nicht berücksichtigt sind Kosten und Steuern, die für jeden anders sind - und die natürlich die Rendite drücken.

© SZ vom 10.02.2018/jps

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